Mannesmann-Prozess
Für den Vorsitzenden Richter ist es der Karrierehöhepunkt

Für den 45-jährigen Richter Stefan Drees ist die Neuauflage des Mannesmann-Prozesses das bislang mit Abstand spektakulärste Verfahren seiner Karriere. Bisher hatte der Jurist eher mit Drogendealer, Betrügern und Embargobrechern zu tun - nun sind es Top-Manager.

HB DÜSSELDORF. Der Vorsitzende der zehnten großen Wirtschafts-Strafkammer am Landgericht Düsseldorf musste sich durch 8 000 Seiten Aktenstoff arbeiten müssen, um sich ein Bild von den Vorgängen bei der damals teuersten Unternehmensübernahme der Welt zu machen, als der britische Mobilfunkriese Vodafone Anfang 2000 für rund 180 Milliarden Euro den Traditionskonzern Mannesmann schluckte.

Seit zweieinhalb Jahren leitet Drees die zehnte große Wirtschafts- Strafkammer. Vorher war er viele Jahre Richter an Zivilkammern. Im Gerichtssaal stehen ihm mit Christa Mosiek und Ingo Scholten zwei weitere Richter zur Seite. Mosiek hat bereits mehr als 30 Jahre Richter-Erfahrung und war vorher Staatsanwältin. Der promovierte Scholten ist mit drei Berufsjahren als Richter der Junior der Kammer.

Betrugsserien, Embargoverstöße und Drogendealer füllen bislang Drees' Alltag am Gericht aus. Er gilt als ruhig, besonnen und erfahren. Seit 14 Jahren ist er Richter, seit elf Jahren in Düsseldorf. Über den heiklen Prozess selbst sagt Drees in weiser Voraussicht nichts. Jede Silbe könnte in Befangenheitsanträgen münden. Eine erste Geduldsprobe brachte der Rheinländer bereits hinter sich, als es galt, das Verfahren mit zunächst gut zwei Dutzend Verhandlungstagen in den Terminkalendern der prominenten Angeklagten und ihrer renommierten Verteidiger unterzubringen.

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