Mannesmann-Prozess
Wirbel wegen Aussage von Esser-Sekretärin

Im Mannesmann-Prozess ist es am Mittwoch bei der Aussage einer ehemaligen Vorstands-Sekretärin des Konzerns zu einem Eklat gekommen. Die Statsanwaltschaft verschärfte nun die Gangart.

HB DÜSSELDORF. "Wir werden zu gegebener Zeit prüfen, ob wir Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage gegen einzelne Zeugen einleiten", sagte Simone Kämpfer, Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, nach einem weiteren Prozesstag am Mittwoch.

Zuvor konnten sich zwei ehemalige Vorstandssekretärinnen von Mannesmann in wichtigen Fragen nicht mehr genau an die Ereignisse im Übernahme-Jahr erinnern. Eine der beiden Frauen wich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft von früheren Aussagen ab. Die Sekretärinnen verwiesen in ihren Aussagen vor dem Düsseldorfer Landgericht mehrfach darauf, die Vorgänge am 4. Februar 2000 lägen zu weit in der Vergangenheit. Damals hatte das Präsidium des Mannesmann-Aufsichtsrats über die Prämien an den damaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser und den Aufsichtsratschef Klaus Funk beraten. Diese Vorgänge seien ihnen erst nachträglich durch Ermittlungen des Landeskriminalamts in Erinnerung gerufen geworden.

Die zwei Frauen beklagten, von der Staatsanwaltschaft unter Druck gesetzt worden zu sein. Diese warf einer der beiden Frauen vor, von früheren Aussagen abgewichen zu sein. Ihre Aussage müsse wegen des Verdachts der Falschaussage wörtlich protokolliert werden. Die Kammer wies die Forderung aber zurück. Die Anklage sieht die Zahlung von Abfindungen und Prämien von insgesamt 60 Mill. ? bei der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone als ungerechtfertigt und überzogen an. Sie wirft den Angeklagten - neben Esser und Funk unter anderem auch Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann - Untreue oder Beihilfe zur Untreue vor. Die Angeklagten haben mehrfach ihre Unschuld beteuert.

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