Mannesmann-Verfahren: Ankläger lehnen Ackermann-Verschonung ab

Mannesmann-Verfahren
Ankläger lehnen Ackermann-Verschonung ab

Das Dementi folgte auf dem Fuße: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft denkt nicht daran, von der Neuauflage des Mannesmann-Prozesses gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und weitere Manager abzusehen. Eine Zeitung hatte berichtet, die Angeklagten könnten gegen Zahlung hoher Geldsummen verschont bleiben.

HB DÜSSELDORF. "Die Meldung der 'Rheinischen Post' ist falsch. Es gibt keine solchen Erwägungen, das Verfahren gegen Geldbußen einzustellen", sagte Oberstaatsanwalt Peter Lichtenberg am Mittwoch. In Kreisen der Behörde hieß es zudem, die Ankläger hätten die Revision vor dem Bundesgerichtshof gewonnen und sähen keine Veranlassung, nun von einem weiteren Verfahren abzusehen. Die Justizbehörde kündigte an, sich im Tagesverlauf noch ausführlicher dazu zu äußern.

Die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" hatte berichtet, es verdichteten sich die Hinweise, dass den Angeklagten in dem Verfahren, die sich überwiegend nicht bereichert haben, "eine Brücke gebaut werden könnte". Die Staatsanwaltschaft wisse um die Unwägbarkeiten einer neuerlichen Beweisaufnahme. Die Ankläger hegten "Sympathie für die Überlegung, die Angeklagten - gestaffelt nach jeweiliger Schuld - große Geldsummen zu Gunsten wohltätiger Organisationen" zahlen und das Verfahren einstellen zu lassen. Josef Ackermann müsste sich in diesem Fall nicht noch einmal einem möglicherweise Monate dauernden Prozess stellen. Der Einstellung müssten neben den Angeklagten auch die Richter zustimmen.

Der Aufsichtsrat von Mannesmann unter Vorsitz von Ackermann hatte nach der Übernahme durch den britischen Mobilfunk-Riesen Vodafone im Jahr 2000 Prämien in Höhe von 57 Millionen Euro für Vorstandschef Klaus Esser andere Manager des Konzerns beschlossen. Die Staatsanwaltschaft sah darin Untreue oder Beihilfe zur Untreue und klagte Ackermann, den damaligen Vorstandschef Klaus Esser und vier weitere damalige Aufsichtsräte oder Manager des Unternehmens an. 2004 sprach das Landgericht Düsseldorf die Angeklagten frei. Kurz vor Weihnachten 2005 entschied der Bundesgerichtshof jedoch, dass das Verfahren vor dem Landgericht neu aufgerollt werden muss.

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