Marek Dutschke ist ein Spurensucher, der seine Niederlage mit Fassung trägt
Das Kosmoskind

Der Coup, den Rudi-Marek Dutschke da in Berlin plante, hätte seinem Vater zur Ehre gereicht. Er hat hoch gepokert – und er hat hoch verloren. Als vor kurzem die grüne Basis in Berlin über die Listenplätze für den vorgezogenen Bundestagswahlkampf abstimmte, entfielen gerade 104 Stimmen von 799 auf den jungen Mann mit dem großen Namen.

HB BERLIN. Der hatte erst zwei Wochen zuvor ein EU-Praktikum in Brüssel abgebrochen, um über eine Kampfkandidatur zu einem Bundestagsmandat für die Grünen zu kommen.

„Ich habe mehr erwartet. Aber es war eine gute Erfahrung, und man muss auch verlieren können“, sagt der 25-Jährige mit der schnarrenden Stimme, ausnahmsweise mal ganz bescheiden.

Die Ähnlichkeit ist frappierend: Rudi-Marek Dutschke gleicht seinem Vater bis auf das fransig ins Gesicht hängende Haar. Er ist in Begleitung seines älteren Bruders Hosea Che Dutschke in das Berliner Lokal „Aufsturz“ gekommen.

Und der Name passt, denn es war ja tatsächlich etwas zwischen Aufstand und Umsturz, was sich der jüngste Rebellenspross da ausgedacht hatte. Ein Dutschke versucht wieder, Deutschlands Establishment aufzumischen. Im Jahre 2005 erwischt es die Grünen.

„Es ist schade, dass meine Partei nicht den Mut hatte, jemandem von außen eine Chance zu geben. Ich glaube, dass die Grünen dieses Potenzial immer noch haben“, sagt Marek Dutschke über seine Partei, die genauso alt ist wie er selbst.

Und sofort haben wir die Stimme des Mannes im Ohr, der so lange Kopf der 68er-Studentenbewegung und Außerparlamentarischen Opposition (Apo) in Deutschland gewesen ist und 1979 in Aarhus in Dänemark an den Folgen des Attentats von 1968 starb.

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