Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann wird 75: Die Patriarchin denkt nicht ans Aufhören

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann wird 75
Die Patriarchin denkt nicht ans Aufhören

Sie machte einen Mittelständler zum Weltkonzern, handelte sich dabei einen Ruf als „Hasardeurin“ ein – Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann ist bis heute das Gesicht von Schaeffler. An einen Rückzug denkt sie mit 75 nicht.

HerzogenaurachMaria-Elisabeth Schaeffler-Thumann hat aus Schaeffler einen Weltkonzern gemacht – und mit einer der riskantesten Firmenübernahmen der vergangenen Jahrzehnte ihr Lebenswerk beinahe zunichte gemacht. Und auch wenn der Automobilzulieferer Schaeffler sich wieder in ruhigerem Fahrwasser bewegt – an ihr scheiden sich noch immer die Geister. Für die einen ist sie die Grande Dame der deutschen Industrie, für andere eine Hasardeurin. Bei Schaeffler hat sie die Fäden noch immer fest in der Hand. An einen Rückzug denkt sie auch an ihrem 75. Geburtstag nicht, den sie an diesem Mittwoch feiert.

Persönlich äußert sich die Schaeffler-Mitgesellschafterin über ihre Zukunftspläne zwar nicht. Über einen Vertrauten sendet sie jedoch eine unmissverständliche Botschaft aus: „75 Jahre stellt für Frau Schaeffler-Thumann keine Zäsur in ihrem Leben dar. Sie wird sich keineswegs aus dem Unternehmen zurückziehen“, sagt ein Bekannter der Unternehmerin. Im Gegenteil: Sie werde firmenintern ihre bisherigen Aufgaben weiter in vollem Umfang wahrnehmen.

Dazu ist wohl auch die Identifizierung mit dem Lebenswerk ihres bereits 1996 verstorbenen Mannes viel zu groß. Inzwischen zu einem Weltkonzern aufgestiegen, ist das Unternehmen für die „Schaefflerin“, wie man sie am Firmenhauptsitz Herzogenaurach gerne nennt, weiterhin „eine große Familie“, wie sie unlängst in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ bekannte. Selbst nach dem Umbau von Schaeffler zur Aktiengesellschaft im Jahr 2011 bleibt sie das Gesicht des Unternehmens.

Dabei hätte sie das Familienunternehmen zusammen mit dem früheren Schaeffler-Vorstandschef Jürgen Geißinger bei der Übernahme des Konkurrenten Continental im Jahr 2008 beinahe an die Wand gefahren. Als „Zockerin“ wurde sie beschimpft, als die Firma Schaeffler zunächst nur 49,9 Prozent der Conti-Anteile übernehmen wollte, plötzlich aber 90 Prozent der Conti-Papiere besaß - und damit unter einem existenzbedrohenden Zwölf-Milliarden-Euro-Schuldenberg ächzte. Viele Conti-Anteilseigner hatten mitten in der Finanzkrise das Schaeffler-Angebot von 75 Euro je Aktie gern angenommen.

Die Wogen sind längst geglättet. Das mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Unternehmen ging im Vorjahr an die Börse. Ein Teil des milliardenschweren Schuldenbergs ist inzwischen abgebaut. Und die Firmenpatriarchin blickt nun entspannter auf die turbulenten Jahre 2008 und 2009 zurück. Gefragt, wie sie die damals über sie ausgegossenen Schmähungen ertrug, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“: „Man schüttelt sich wie ein nasser Pudel und lässt alles hinter sich.“

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