Mario Heinen
Neuer Chefpilot für den A380

Bei der EADS-Tochter Airbus erreichen die Umbauarbeiten im Management nun auch die zweite Ebene. Ab sofort übernimmt der Luxemburger Mario Heinen, 50, die Verantwortung für das Programm des doppelstöckigen Airbus A380. Er löst Charles Champion, 51, ab, der als besonderer Berater den neuen Airbus-Chef Christian Streiff unterstützen soll.

PARIS. Ein Sprecher begründete den Wechsel damit, dass Heinen „exzellente Erfahrungen besitzt, Programme in die Serienfertigung zu überführen“. Der in Belgien geborene Manager war zuvor für die so genannten Single Aisle (Einflur-Flugzeuge) bei Airbus verantwortlich, also die A320-Familie. Diese Flugzeug-Gattung steuert den Löwenanteil zu den Airbus-Gewinnen bei.

Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass mit dem Abgang von Champion nun auch der Programm-Verantwortliche für den A380 die Konsequenzen aus dem Desaster mit dem Riesenflugzeug hat ziehen müssen. Im Juni hatte die Airbus-Mutter EADS Kunden und Finanzmärkte mit der Ankündigung geschockt, dass sich die Auslieferungen für den A380, das größte Passagierflugzeug der Welt, weiter verzögern werden. So sollen im kommenden Jahr maximal neun statt wie zuvor geplant 20 bis 25 Maschinen bei den Kunden eintreffen. EADS verlor daraufhin fast ein Viertel seines Wertes an der Börse.

Infolge des A380-Desasters und der Probleme mit dem neuen Langstrecken-Jet A350 musste das halbe Top-Management von EADS abtreten: EADS-Co-Chef Noël Forgeard, der zuvor Airbus leitete, musste gehen; unter anderem wurden ihm auch umstrittene Aktien-Verkäufe zum Verhängnis. Und Airbus-Chef Gustav Humbert musste ebenfalls abtreten. „Wäre in dieser Zeit auch noch Champion abgezogen worden, hätte das Unternehmen vollkommen kopflos dagestanden.“ So wird in Konzernkreisen begründet, warum der Chef des A380-Programms erst jetzt ausgetauscht wird.

Da der Manager allseits geschätzt wird und Airbus seine Erfahrung nutzen will, muss Champion aber nicht das Unternehmen verlassen, sondern bekommt den neu geschaffenen Postens eines Sonderberaters für den neuen Airbus-Chef Christian Streiff, der zuvor im Baustoffkonzern Saint Gobain arbeitete. Streiff bekräftigte gestern, dass die Überprüfung des Programms des A380 bis Ende September abgeschlossen sein soll.

Der neue Programm-Chef Heinen wird dann die nötigen Konsequenzen umzusetzen haben. Heinen hat seine gesamte Karriere in der Luftfahrtbranche verbracht. Der Liebhaber klassischer Musik hat Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität in Stuttgart studiert. Nach seinem Abschluss arbeitete er zunächst zwei Jahre am dortigen Institut für Aerodynamik. 1985 stieg er als Wartungs-Ingenieur bei der Lufthansa ein. Nach einigen Zwischenstationen übernahm er im Jahr 1995 die Verantwortung für die Wartung der gesamten Lufthansa-Flotte.

Im Dezember 1999 wechselte der dreifache Vater zu Airbus und verantwortete dort die Auslieferungen. Im Januar 2003 übernahm er die Führung für die A320-Familie.

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