Mario Theissen
Mister Perfect

Sportdirektor Mario Theissen hat sich mit dem BMW-Team viel vorgenommen. Er will in der Formel-Eins ganz oben mitmischen. Er wartet aber immer noch auf den ersten Sieg. Nun hofft er auf einen Erfolg beim nächsten Rennen am kommenden Sonntag in Monaco.

HINWIL. Der schwarze Schreibtisch ist penibel aufgeräumt. Nichts Persönliches lenkt von der Arbeit ab. Der Papierschredder sei sein Lieblingsutensil, bekennt der Mann mit dem Schnauzbart, der sich als „Leer-Tisch-Täter“ bezeichnet. „Mister Perfect“ heißt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen im Team.

Sein Drang nach Perfektion zahlt sich für den Autokonzern aus. BMW spielt erst in der dritten Saison mit einem eigenen Formel-1-Team mit. Und schon hat der 55-Jährige die Mannschaft auf den weltweit zweiten Platz der Konstrukteurswertung geführt. An diesem Sonntag könnte in Monaco sogar der erste Formel-1-Sieg gelingen, vor den Rivalen Mercedes und Ferrari.

Theissen wird jedenfalls wieder im schick gestylten Wohnmobil an der Rennstrecke im Fürstentum sitzen und gebannt auf die Daten der Fahrzeuge von Robert Kubica und Nick Heidfeld blicken, mit denen er über Funk ständig verbunden ist. Theissen ist Ingenieur durch und durch: absolute Konzentration auf Schaltpunkte, Drehzahlen sowie den Wasser- und Öldruck. „Dr. BMW“ nannte ein Boulevard-Blatt jüngst den promovierten Maschinenbauer.

Theissen wirkt mit seiner disziplinierten, zurückhaltenden Art fast wie ein Fremdkörper in der schillernden Welt der Formel 1. Er ist ein Gegenentwurf zum Formel-1-Manager von Renault, Flavio Briatore, der zeitweise mehr durch Frauenbekanntschaften als durch Aktivitäten im Rennstall für Schlagzeilen sorgte.

Denn Theissen ist so sachlich und unprätentiös, wie er ausschaut: feinrandige Brille, gesunder, brauner Teint und unter dem fein gestutzten Schnauzbart meist ein Lächeln. „Er hat sich immer im Griff“, sagt ein Weggefährte des Motorsportdirektors. Nur wenn es darum geht, aus Tausenden von Einzelteilen den perfekten Rennwagen zu zimmern, entwickelt er so etwas wie Leidenschaft.

Mit eiserner Disziplin trimmt der BMW-Rennsport-Boss, der auch für die BMW-Auftritte der Tourenwagen-Weltmeisterschaft verantwortlich ist, mit 700 Angestellten und einem Etat von schätzungsweise 200 Millionen Euro das Team auf Spitzenleistung. Dafür hetzt er mehrmals pro Woche zwischen der Münchener Konzernzentrale und seinem Schreibtisch im schweizerischen Hinwil, wo der Rennstall in der Nähe von Zürich stationiert ist, hin und her.

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