Marius Kloppers
Ins gemachte Nest

Es ist einer der letzten Auftritte des Duos Chip Goodyear und Marius Kloppers, und sie spielen sich die Bälle routiniert zu. Jeder kennt seinen Text in der Präsentation über die Zukunftsaussichten des weltgrößten Bergbaukonzerns BHP Billiton: Goodyear, der scheidende Chef, der den Konzern durch die bisher besten Jahre geführt hat, und Kloppers, der am Montag sein Erbe antritt.

LONDON. Alles bleibt beim Alten, lautet die Kernbotschaft. Viele Investoren haben sie in den vergangenen Wochen gehört, nun auch eine kleine Gruppe Journalisten beim Sandwich-Lunch in der modernen, zweckmäßigen Londoner Zentrale des australisch-britischen Konzerns. „Die Strategie bleibt die gleiche. Ich werde mich voll darauf konzentrieren, sie umzusetzen“, sagt Kloppers. „Es ist doch gut, wenn man das Rad nicht neu erfinden muss.“

Der 45-jährige Südafrikaner spricht leise, blickt freundlich aus hellblauen Augen, lächelt zuweilen gar etwas scheu. Die stoppelkurzen Haare auf rundlichem Kopf lassen ihn jünger erscheinen. Es ist schwer vorstellbar, dass er, wie eine australische Zeitung schrieb, vor drei Jahren bei einer Führungskräftebewertung als zu aggressiv und unnachgiebig kritisiert wurde. Doch sein Karriereweg lehrt, dass man ihn keineswegs unterschätzen sollte.

Als Chemie-Ingenieur mit einer Doktorarbeit über Eisenlegierungen und anschließendem MBA-Studium an der Elite-Uni Insead passen die fachlichen Voraussetzungen genau auf eine Laufbahn im Bergbau. Doch Kloppers arbeitet zunächst als Berater für McKinsey – im Gespräch erinnert er sich an ein Projekt in Dortmund beim Stahlhersteller Hoesch und kramt sogar ein paar deutsche Sätze hervor. Aber schon mit 30 heuert er bei Billiton an, einem Vorläufer von BHP Billiton.

Dort steigt er über Führungspositionen im Aluminium- und Mangan-Geschäft zum Marketing-Chef auf. Nach der Fusion mit dem Konkurrenten BHP übernimmt er 2001 die gleiche Funktion im neuen Konzern und vereinigt weltweit die Vertriebsmannschaften. Mit seiner Frau und drei Kindern zieht er nach Melbourne, zur eigentlichen Konzernzentrale in Australien.

Auf das Gesellenstück folgt das Meisterstück: Kloppers führt das Team, das 2005 dem Schweizer Rohstoffkonzern Xstrata für mehr als fünf Milliarden Euro die australische WMC wegschnappt. Diese Fusion zementiert die Weltmarktführung des Rohstoffriesen.

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