Mark Cutifani: Rohstoff-Riese Anglo American kürt neuen Chef

Mark Cutifani
Rohstoff-Riese Anglo American kürt neuen Chef

Nach blutigen Streiks in den Minen und hohen Abschreibungen trennte sich Anglo American von seiner glücklosen Chefin. Nun ist ein Nachfolger gefunden. Der Australier Mark Cutifani soll den Konzern aus der Misere steuern.
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London/DüsseldorfDer Rohstoffkonzern Anglo American kürt Mark Cutifani als neuen Vorstandschef. Er soll zum 3. April Cynthia Carroll an der Spitze eines der größten Rohstoffkonzerne der Welt ablösen. Der Australier steuerte bislang den südafrikanischen Goldförderer AngloGold Ashanti, den drittgrößten Barrenproduzenten der Welt.

Cutifani soll das Steuer bei Anglo American herumreißen. In den fünf Jahren unter Carroll büßte der Bergbauriese rund 14 Milliarden Dollar an Börsenwert ein. Das Unternehmen ringt mit Projekten, bei denen die Kosten aus dem Ruder laufen, etwa dem Ausbau der Minas-Rio Eisenerzmine in Brasilien. Zudem erschütterten blutige Arbeitskämpfe in Südafrika den weltgrößten Platinproduzenten.

Der Australier galt bereits seit einiger Zeit als der aussichtsreichste Kandidat für den Bergwerksriesen aus Südafrika. „Er kennt das Umfeld, das Land, die Politik, das Geschäft“, sagt Albert Minassian, Rohstoffanalyst beim Vermögensverwalter Investec. „Er ist hier absolut die richtige Wahl“. Die größte Herausforderung für Cutifani sei, das generell immer schwieriger werdende Umfeld für den Bergbau in Südafrika und speziell das schwächelnde Platingeschäft anzugehen.

Der Aktienkurs von Anglo American kletterte im Londoner Handel um mehr als zwei Prozent. Cutifani steuerte AngloGold Ashanti seit 2007 und sanierte erfolgreich den Goldförderer. Anglo American hatte 2005 sein Goldgeschäft aufgegeben und in AngloGold Ashanti ausgegliedert.

Anglo American wurde 1917 in Südafrika gegründet und erwirtschaftete 2011 mehr als die Hälfte des operativen Gewinns in dem Land. Heute ist der Hauptsitz des Unternehmens in London. Die Produktion in den Platin- und Diamantenminen kam wegen teils gewalttätiger Streiks zum Erliegen. Die Arbeiter forderten höhere Löhne und eine bessere Vertretung durch Gewerkschaften. Im Zuge der Proteste starben 44 Arbeiter. Zu dem Konzern gehört auch der Diamantenförderer De Beers.

Der Rohstoffkonzern kappte nach den Streiks im November die Dividende um die Hälfte. Auch die Investitionsausgaben fuhr der Konzern um rund 200 Milliarden Dollar herunter. Carroll hielt bislang an dem Geschäft in Südafrika fest. Der Konkurrent Gold Fields hingegen plant, große Teile des südafrikanischen von dem internationalen Geschäft abzutrennen.

Die 56-jährige Carroll war die erste Frau, der erste externe Kandidat sowie die erste nicht aus Südafrikana stammende Person an der Spitze des Rohstoffkonzerns. (Mit Material von Bloomberg)

 

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