Mark Fields soll das Ford-Geschäft in Amerika sanieren
Knochenarbeit für den Sonnyboy

Mark Fields ist der lebende Beweis dafür, dass gut aussehende Menschen erfolgreicher sind. Er sei elegant, sportlich, immer wie aus dem Ei gepellt und verströme unermüdlich Optimismus und Dynamik, sagen seine Fans.

HB DETROIT. Seit dem 1. Oktober leitet der schlanke 44-Jährige das nord- und südamerikanische Autogeschäft von Ford mit dem offiziellen Titel „Executive Vice President Ford Motor Co. and President, the Americas“. Für den Not leidenden Geschäftsbereich, in dem der Konzern allein im dritten Quartal 1,2 Milliarden Dollar verlor, sei Fields genau der falsche Mann, sagen seine Kritiker. Was Ford in Amerika brauche, sei „kein Sonnyboy, sondern eine Kettensäge“.

Harvard-Absolvent Fields gilt als „golden boy“, Goldjunge, von Ford-Chef William Clay („Bill“) Ford, der ihn von seinem Posten als Chef von Ford Europa auf den Schleudersitz nach Detroit holte. Der ebenfalls noch jugendliche Bill Ford sieht in Fields den Mann, der das Amerika-Geschäft aus dem Sumpf fahren kann.

Seinen mehrfach angedeuteten großen Reorganisationsplan, den Wall Street ursprünglich zusammen mit der Veröffentlichung der jüngsten Ergebnisse am 20. Oktober er-wartet hatte, verschob Ford auf Januar. Die Begründung: Fields müsse sich erst einarbeiten. Zusammen mit der neuen Leiterin des operativen Amerika-Geschäfts, Ann Stevens, soll er bis Ende des Jahres das Stammgeschäft durchforsten und Pläne für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen vorlegen.

„Ich werde dann die notwendigen Entscheidungen treffen“, sagte Ford in einer Telefonkonferenz energisch. „Erheblicher Kapazitätsabbau“ und „Opfer“ seien zu erwarten.

Insider bescheinigen Fields hohe Intelligenz und berückenden Charme. Er sei ein Teamplayer und könne sich glänzend auf andere einstellen. „Im Klub der glücklichen Manager ist Fields der Vorsitzende“, sagt ein früherer Mitarbeiter. Doch Knochenarbeit und persönliche Verantwortung für harte Entscheidungen seien dagegen nicht seine Stärke. Aber das seien bei dem alten US-Autokonzern auch nicht unbedingt die gewünschten Qualitäten. Angefangen bei Bill Ford, sei die gesamte vielköpfige Riege der Top-Führungskräfte darauf geeicht, unpopuläre Entscheidungen zu vertagen oder zu vermeiden.

Der in Brooklyn, New York, geborene Fields studierte an der Rutgers-Universität in New Jersey und in Harvard Wirtschaftswissenschaften. Er startet beim Computerkonzern IBM und wechselt 1989 in die Autoindustrie zu Ford, wo er schnell Karriere machte.

Typisch für Ford führt ihn sein Aufstieg von einer Ecke der Welt in die andere. 1997 übernimmt er das Ford-Geschäft in Argentinien. Ein Jahr später schleppt er seine junge Familie mit zwei Kindern nach Hiroshima, wo er bald an die Spitze der Ford-Tochter Mazda Motor Corp. aufrückt.

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