Mark Frese wechselt in Vorstand
Cash&Carry-Manager wird neuer Metro-Finanzchef

Das Stühlerücken bei Metro geht weiter: Der Konzern hat einen Nachfolger für den amtierenden Finanzchef Olaf Koch gefunden. Koch soll zum Jahreswechsel neuer Vorstandschef werden. Seine größte Baustelle: der Kaufhof-Verkauf.
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Düsseldorf/FrankfurtDer Handelsriese Metro kann sich nach langen Personalquerelen auf den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof konzentrieren. Der Aufsichtsrat berief am Freitag Mark Frese zum Finanzvorstand, wie Metro mitteilte. Der Posten wird frei, weil der bisherige Herr der Zahlen im Konzern, Olaf Koch, zum Jahreswechsel auf den Sessel des Vorstandschefs wechselt. Metro-Chef Eckhard Cordes verlässt dann den Konzern. Der Handelsriese hatte mit Franz Markus Haniel auch einen neuen Aufsichtsratschef bekommen und jüngst seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr kippen müssen.

Haniel sprach von einer „aktuell herausfordernden Situation für den Konzern“. Der Aufsichtsrat beriet zudem über die Verkaufsperspektiven für die Tochter Kaufhof, um die zwei Investoren buhlen. Der österreichische Investor Rene Benko steht dabei unter Druck: Die Geldwäsche-Ermittlungen gegen ihn dauern der Staatsanwaltschaft Wien zufolge an. Frese ist bei der Metro seit 2010 verantwortlich für die Finanzen von Metro Cash & Carry in Europa. Die Großhandelssparte erwirtschaftet rund die Hälfte des Jahresumsatzes des Metro-Konzerns, zu dem auch die Elektronikmärkte Media-Saturn, die Real-Supermärkte und die Warenhauskette Kaufhof gehören.

Frese arbeitet bereits seit 1994 für den Konzern und war dort unter anderem auch für die Warenhaustochter Kaufhof sowie in der Düsseldorfer Konzernzentrale tätig. In seiner derzeitigen Position berichtete er direkt an Koch. Dessen Nachfolger im Vorstand soll er nun zum 1. Januar 2012 werden. Zwei andere Vorstandsressorts werden neu geordnet: Frans Muller ist künftig wieder für das weltweite Geschäft von Cash & Carry zuständig. Seit März 2010 hatte er sich auf Cordes' Geheiß auf Asien und andere Wachstumsmärkte konzentriert.

Joel Saveuse, dem damals auch das Europa-Geschäft von Cash & Carry zugeschlagen worden war, soll sich wieder voll auf die Supermarktkette Real konzentrieren. Real hatte Cordes zur Disposition gestellt. Saveuse war zudem Konkurrent Kochs im Rennen um die Cordes-Nachfolge. Er hatte im letzten Moment aber seine Bewerbung zurückgezogen, um einen Patt im Aufsichtsrat zu verhindern. Koch hatte sich dann dennoch nur knapp in dem Kontrollgremium durchsetzen können.

Bevor über die Zukunft von Real entschieden wird, steht aber eine Klärung der Zukunft der Warenhauskette Kaufhof auf dem Fahrplan. Der Metro-Vorstand informierte den Aufsichtsrat am Nachmittag über die beiden Offerten für den Kaufhof. Neben Benko hat auch Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen ein Auge auf die Metro-Tochter geworfen. Berggruen hatte kurz vor der Sitzung seine erste Offerte für den Kaufhof noch einmal nachgebessert und damit sein Interesse untermauert. Im Umfeld des Kontrollgremiums hatte es vor der Sitzung geheißen, es werde noch keine endgültige Entscheidung zu einem Verkauf fallen.

Dies liegt auch an den Ermittlungen der Wiener Staatsanwälte. Die Anklagebehörde erklärte am Freitag, im Ermittlungsverfahren gegen Benko wegen des Verdachts der Geldwäsche werde es in diesem Jahr voraussichtlich keine „kommunizierbaren Ergebnisse“ mehr geben. Die Ermittlungen gegen Benko hatten im Aufsichtsrat der Metro bereits Bedenken geweckt, wie aus dem Umfeld des Gremiums verlautete.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte nun, der Ausgang des Ermittlungsverfahrens sei noch völlig offen. Die Behörde warte noch auf einen ersten Zwischenbericht der Polizei, der innerhalb von Wochen vorliegen dürfte. Der Bericht könnte bereits erste Vorergebnisse liefern, etwa ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebe oder das Verfahren eingestellt werde. Allerdings könnten sich die Ermittlungen auch noch länger hinziehen. Benko hatte stets seine Unschuld beteuert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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