Mark Hurd
HP-Chef angeblich in Spionageskandal verwickelt

Wenn die E-Mail echt ist, von der die „Washington Post“ am Donnerstag berichtet, dann gerät Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd massiv in Schwierigkeiten: Er soll gewusst haben, dass Direktoriumschefin Patricica Dunn Detektive anheuerte, um eine undichte Stelle im Aufsichtsgremium ausfindig zu machen.

HB PALO ALTO. Die „Post“ berichtet am Donnerstag von der E-Mail einen Firmenanwalts an die im Januar abtretende Dunn, in der Hurd erstmals direkt mit der Affäre in Verbindung gebracht wird. „Ich habe vor wenigen Minuten mit Mark gesprochen, und er ist einverstanden mit dem Konzept und dem Inhalt“, schrieb Anwalt Kevin Hunsaker der Zeitung zufolge in der Mail vom 23. Februar. Hunsaker hat die von Dunn in Auftrag gegebenen internen HP-Untersuchungen geleitet, nachdem immer wieder Informationen über interne Beratungen des Direktoriums an die Öffentlichkeit gelangt waren. HP räumte vor einigen Wochen ein, dass die Detektive bei dieser Untersuchung eine falsche Identität vorgetäuscht haben, um an Telefondaten von Mitarbeitern und Reportern zu gelangen.

Der „Washington Post“ zufolge soll Anwalt Hunsaker mit einem HP-Kollegen in Boston beispielsweise eine fiktive Person mit dem Namen „Jakob“ erfunden haben, der sich gegenüber einem Reporter der Nachrichten-Website „Cnet“ als unzufriedener HP-Mitarbeiter ausgab. Dadurch habe der Konzern gehofft, den als Informanten der Medien verdächtigten Direktor George Keyworth als Leck innerhalb des Führungsgremiums ausfindig zu machen. Keyworth ist mittlerweile zurückgetreten.

Der Spionagefall beschäftigt auch die Justiz. Dabei geht es darum, ob HP bei seinen Untersuchungen illegale Methoden angewandt hat. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Bill Lockyer sagte, es sei noch unklar, wann und gegen wen die ersten Anklagen erhoben würden. „Wir sind noch mitten in den Ermittlungen“, sagte er.

HP zufolge will sich Hurd am Freitag auf einer Pressekonferenz zu dem Fall äußern. Derweil äußerte sich erstmals seit dem Auftauchen neuer Einzelheiten in dieser Woche auch die massiv unter Beschuss geratene Direktoriumschefin Dunn wieder öffentlich zu dem Fall. „Ich freue mich darauf, wenn ich in naher Zukunft die ganze Sache klarstellen kann“, sagte sie am Mittwochabend, als sie offiziell in die Hall of Fame des Bay Area Council aufgenommen wurde. Diesem prestigeträchtigen Kreis gehören unter anderem auch die HP-Gründer David Hewlett und William Packard an. Dunn tritt im Januar als Chefin des Direktoriums ab, will dort aber weiter Mitglied bleiben.

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