Mark Zuckerberg
Microsoft macht Gründer zum Milliardär

Seit Donnerstag ist Facebook-Gründer Mark Zuckerberg um geschätzt 4,5 Milliarden Dollar reicher. Mit dem Rekordverkauf an Microsoft hat Zuckerberg alle widerlegt, die ihn im vergangenen Jahr noch für verrückt erklärt hatten, als er eine Milliardenofferte von Yahoo ausschlug.

PALO ALTO. Es sind diese Geschichten, wie sie derzeit wohl nur das Silicon Valley hervorbringen kann. Junger Mann, aus wohlhabender Familie, studiert – natürlich – auf Eliteuniversität und beginnt – natürlich nebenbei –, eine Internetfirma aufzubauen. Dann schmeißt er – natürlich – das Studium hin und widmet sich ganz seinem Start-up. Vier Jahre später ist er – natürlich – mehrfacher Milliardär. Mark Zuckerberg, 23 Jahre alt und seit Donnerstag rechnerisch auf dem Papier um wohl rund 4,5 Milliarden Dollar reicher.

So genau weiß man es nicht, weil sein verbliebener Anteil an der Firma nicht genau feststeht. Aber Microsoft hat für 240 Millionen Dollar 1,6 Prozent an seiner Gründung Facebook.com erworben, und Zuckerberg soll noch rund 30 Prozent halten.

Es begann mit einer Internetplattform, auf der sich Studenten an seiner Heimat-Uni Harvard anmelden, unterhalten und kennenlernen konnten. Sozusagen die virtuelle Claudia Püschel-Knies für Noch-nicht-Akademiker. Die Seite war schnell der Renner. Die Universitäten Yale und Stanford folgten, dann die Geldgeber und der Umzug ins gelobte Land, Kalifornien. Aus der einfachen Kontaktseite wurde eine komplexe Internetplattform. Sie hat heute mehr Besucher pro Tag als E-Bay.

Wer den schmächtigen, am 14. Mai 1984 geborenen Mann mit den Wuschelhaaren sieht, ahnt, dass es nicht so einfach ist, mit der Rakete in die Welt der Superreichen von Larry Page, Bill Gates und Steve Jobs geschossen zu werden. Legendär sind Zuckerbergs Auftritte in US-Talkshows mit Schmuddel-Jeans und Adidas-Latschen – wahlweise mit oder ohne Socken. Allerdings, warnen Beobachter, sollte man sich von Badelatschen und schüchternem College-Boy-Lächeln nicht irritieren lassen. Sie attestieren dem zweiten von vier Kindern eines Zahnarztes und einer Psychiaterin eine Selbstsicherheit, die seine Kritiker bereits in die Ecke der Arroganz rücken würden.

Oder der Abgebrühtheit – etwa als er im vergangenen Jahr eine Kaufofferte von Yahoo über eine Milliarde Dollar ausgeschlagen haben soll. Danach hielt ihn jeder für wirklich verrückt – bis Donnerstag. Heute fragen sich die gleichen Leute, warum bloß die Myspace-Gründer zuvor ihr Unternehmen für „nur“ 580 Millionen Dollar an Rupert Murdoch verschleudert haben. Myspace ist heute noch größer als Facebook.

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