Markenvielfalt
Verwirrungszustände vorm Einkaufsregal

Die Anzahl der Artikel im Handel hat in den letzten Jahren rapide zugenommen und mit ihr auch die Konsumentenverwirrung. Immer kompliziertere Geräte und Funktionen stellen den modernen Konsumenten vor ganz neue Herausforderungen. Dieser vertraut bei seiner Entscheidung eher auf Bodenhaftung und Kontinuität.

HB. Alles so schön bunt hier, kann mich gar nicht entscheiden! Ich glotz TV!", sang Nina Hagen vor Jahren. Was würde die Punkröhre erst sagen, landete sie heute in der Unterhaltungselektronikabteilung eines Kaufhauses? Sie würde wohl trocken schlucken und verwirrt das Weite suchen. So wie übrigens die meisten Leute ihres nicht mehr ganz taufrischen Jahrgangs.

Zugegeben, Flachbildschirme sind was Feines: Die Farbqualität ist ein Vergnügen, die Größe des Bildschirms macht mehr Spaß als die Miniglotzen der Vergangenheit.

Vergangenheit, das war, als ein Fernseher dazu da war, um fernzusehen. Der Käufer schleppte das Ding heim, stöpselte Strom- und Antennenkabel ein und los ging?s mit der Bundesliga. Diese goldenen Zeiten der Idiotensicherheit sind vorbei. Die Hersteller machen gerade aus dem TV-Gerät eine atomgetriebene fliegende Untertasse mit Einbauküche und Parfümzerstäuber.

Im Ernst, die Dinger stecken jetzt voll Technologie, die sie befähigt, drahtlos mit einem hauseigenen Netzwerk zu kommunizieren oder auf das Fotoarchiv im Laptop zuzugreifen - unter Umständen auch auf das des Nachbarn. Andere Geräte inkludieren digitale Videorekorder und erlauben Zugriff auf Internet-TV. "Mediasmart" nennt das der Fachmann - nur leider ist das Gerät smarter als sein Besitzer. Und der flucht. Denn erstens ist das hauseigene Wireless-Netzwerk kompliziert genug und zweitens passen die einzelnen Gadgets in der Bude wegen Schnittstellenprobleme nicht unbedingt zusammen. Da gehen wir doch gleich nach Hause und hauen uns vor die alte Glotze.

Forscher nennen diese Gemütslage Konsumentenverwirrung und verweisen auf Studien, die sagen, dass die Zahl der Artikel im Handel in den vorigen Jahren um 140 Prozent zugenommen hat und die der Produktvarianten um 420 Prozent. Gleichzeitig nahmen die Produktlebenszyklen um 80 Prozent ab.

Seite 1:

Verwirrungszustände vorm Einkaufsregal

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%