Marktforscher
Marke für den guten Ruf

Unseriöse Telefonwerbung und als Marktforschung getarnte Direktwerbung machen den Marktforschungsinstituten zu schaffen: Sie stoßen bei Umfragen zunehmend auf verärgerte und unwillige Menschen. Die Branchenverbände wollen mit Öffentlichkeitsarbeit dagegen halten und denken auch über ein Gütesiegel in Form einer Marke nach.

"Ich hoffe, dass dieses Thema noch in diesem Jahr konkret wird", erklärte Wolfgang Dittrich, Vorsitzender des Bundes der Markt- und Sozialforscher (BVM), am Rande des Kongresses der Deutschen Marktforschung in Frankfurt. Gedacht werde an eine Wort-Bild-Marke, die dem Verbraucher die Sicherheit vermittle, von einem seriösen Institut befragt zu werden. Diese Marke solle auch dazu eingesetzt werden, für die Marktforschung zu werben.

Die Branchenverbände, darunter der BVM, der Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) und der Online-Verband Agof, beraten darüber im Arbeistkreis "Marke Marktforschung". Ad hoc will die Branche mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit auf die schwieriger gewordenen Bedingungen reagieren. "Bei Telefon-Umfragen hat sich die Situation in den vergangenen Monaten verschärft. Die Leute reagieren zunehmend gereizt und legen einfach auch", berichtet Dittrich. Schuld an dieser Entwicklung sei unseriöses Telefonmarketing, das im schlimmsten Falle unter dem Deckmantel der Marktforschung daherkomme.

Die schlechte Presse der Call Center, verstärkt durch die Undercover-Recherche des Journalisten Günter Wallraff, trage ebenfalls dazu bei. Dagegen wollen sich die Marktforscher abgrenzen. Seriöse Marktforschung, so betonten mehrere Verbandsvertreter auf dem Kongress, sei wissenschaftlich, gewährleiste die Anonymität der Befragten und sei nicht mit verkäuferischen oder werblichen Zwecken verbunden. Dies sei auch in den Verhaltens- und Ethikrichtlinien der Branche festgelegt. (-ber)

www.bvm.org

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