Marktrelevante Ideenauswahl
Sammeln, eliminieren, veredeln

An neuen Ideen mangelt es in Unternehmen meist nicht, doch viele haben Probleme bei der Auswahl und Fokussierung im Innovationsmanagement. Dabei fahren Unternehmen besser, wenn sie sich auf ein bis zwei vielversprechende Ansätze konzentrieren und auch die Wünsche von Kunden und Partnern nicht außer Acht lassen.

BERLIN. Der Blick auf die Controllingberichte lassen den Leiter eines mittelständischen Systemhauses schaudern: Die Umsätze im Geschäftsfeld Corporate Desktop Management befinden sich im Sinkflug. Seit Monaten schon. So viel ist klar: Die Wachstumsziele können abgeschrieben werden. Eine Lösung ist nicht in Sicht, zumal der Markt von großen Anbietern dominiert wird und gesättigt erscheint.

Ein Fall für die Beratungsfirma Detecon, zu deren Spezialitäten Innovationsmanagement in dieser Branche zählt – also bei Unternehmen, bei denen der Einsatz von IT und Telekomunikationsstechnologie ganz entscheidend Geschäftsmodelle und Produktstrategien prägt. Sie müssen besonders frühzeitig auf Trends und neue Technologien reagieren.

Doch für viele ist das leichter gesagt als getan. „Planvolles Innovationsmanagement steht für viele nicht ganz oben auf der Agenda. Es wird als wichtig, aber nicht dringlich angesehen“, erläutert Detecon-Partner Uwe Alkemper. So lange, bis die Zahlen nicht mehr stimmen. Dann bricht hektisches Treiben aus – womit das Feld für den Kardinalfehler schlechthin bereitet ist.

„Dann werden zu viele Themen auf einmal angegangen, zu viele Ideen entwickelt, statt konsequent ein bis zwei marktrelevante Ansätze zu verfolgen“, sagt der Berater. Oder: Ein tolles Projekt wird gestartet, aber nicht kontrolliert und letztlich nicht weiterverfolgt. Oder der Innovationsprozess wird als formale Pflichtübung begriffen, wobei die Wünsche von Kunden und Partnern schlicht ignoriert werden. Oder aber es wird ein bestehendes Produkt mit Funktionen überfrachtet statt sich auf Neues einzulassen.

Wobei die Aufgabe nicht heißt, das Rad neu zu erfinden. „Unsere Erfahrung ist, dass die Ideen nicht gesucht, sondern nur gesammelt und veredelt werden müssen“, sagt Alkemper. Doch das überfordert viele, meint der Consultant: Es scheine eine der schwersten Übungen im Innovationsmanagement zu sein, aus einer Liste von 50 Ideen 80 Prozent zu eliminieren. Häufig wird sich dabei in einem aufwändigen Bewertungsprozess verzettelt, der irgendwann ein nur scheinbar klares Ergebnis liefert. Im Zweifel sei es besser, auf die Expertise und das Bauchgefühl der Entscheider zu vertrauen, die die Auswahl treffen. Idealerweise werden nicht mehr als drei Ideen benannt, die in einer Entwicklungs-Roadmap weiterverfolgt werden.

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