Markus Pinger
Der neue Celesio-Chef regiert mit harter Hand

Erst im August hatte Markus Pinger bei Celesio das Ruder übernommen - nun greift er schon hart durch. Finanzchef Christian Holzherr ist der erste, der unter seinem Regiment das Unternehmen vorzeitig verlassen muss.
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StuttgartDie Abschiedsrede für seinen Vorstandschef Fritz Oesterle am Abend des 30. Junis in der ehemaligen Reiterhalle im Cannstatter Römerkastell hätte Celesio-Finanzchef Christian Holzherr besser nicht vor der gesamten Belegschaft gehalten. Oesterles Gegenspieler, Aufsichtsratschef Jürgen Kluge, saß in der ersten Reihe und lauschte den freundlichen Worten. Sie dürften ihm nicht gefallen haben. Aber Kluge wird sich Holzherrs gute Meinung über Oesterle künftig nicht mehr anhören müssen.

Nach Informationen aus Branchenkreisen greift der von Kluge neu eingesetzte Celesio-Chef Markus Pinger hart durch: Holzherr muss auf Betreiben des Vorstandschefs das Unternehmen bald verlassen. Eigentlich wäre sein Vertrag noch bis Ende April 2013 gelaufen.

Pinger erweist sich damit erneut als konsequenter Durchgreifer. Erst zog er beim verlustbringenden Gemeinschaftsunternehmen mit Medco den Stecker. Jetzt kommt der Finanzchef dran. Es war sicher nicht nur die allzu nette Rede für Oesterle, die ihn in Ungnade fallen ließ.

Pinger will schnell die Zeichen auf Neustart stellen – und möglichst alle Grausamkeiten in dem Jahr hinter sich bringen, das er noch nicht komplett zu verantworten hat. Zweimal musste der größte europäische Pharmahändler schon in diesem Jahr die Prognose reduzieren. Vermutlich droht eine weitere Reduktion.

Dass es Holzherr so schnell traf, überrascht allerdings. Er gilt als geschmeidiger Manager, der auch schon unter Utz Classen bei der EnBW die Zahlen verantwortete. Aber für Pingers Kehraus war er dann doch nicht geschmeidig genug. Zudem dürfte er Holzherr als Mitverantwortlichen für die Ertragsschwäche von Celesio sehen.

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