Markus Schreyögg
Neues Fundament für Baukonzern Kampa

Das größte deutsche Fertigbauunternehmen hat zu viel zugekauft und hat nun mit Überkapazitäten zu kämpfen. Außerdem ist das Geschäft mit dem Wohnungsbau eingebrochen. Markus Schreyögg, neuer Sprecher des Vorstands, soll Kampa wieder fit machen.

DÜSSELDORF. Der Mann scheint viel auf Reisen zu sein. Denn Treffen mit Markus Schreyögg, dem designierten Vorstandssprecher des größten deutschen Fertighausunternehmens Kampa aus Minden, finden zumeist in der Nähe von Hauptbahnhöfen oder Flughäfen statt. Kein Wunder, denn Schreyögg ist derzeit viel in Sachen Restrukturierung unterwegs. Finanzinvestor und Großaktionär Triton hat dem börsennotierten Bauunternehmen nach der Übernahme der Mehrheit Anfang 2007 einen Umbau verordnet. Eine Schlankheitskur, genauer gesagt – ob es dem im Allgäu geborenen Hobbykoch schmeckt oder nicht.

Kampa habe sich in den vergangenen Jahren verzettelt und zu viel zugekauft, sagt Johannes Schwörer, Chef des Konkurrenten Schwörer Haus. Auch Schreyögg räumt ein, dass Kampa nach den zahlreichen Übernahmen der Vergangenheit mit Überkapazitäten zu kämpfen habe. Zudem wurde Kampa, wie die Wettbewerber auch, im vergangenen Jahr heftig vom Einbruch im Wohnungsbau erwischt. Das alles hat tiefe Spuren in die Bilanz gepflügt.

Triton setzt nun auf Schreyögg: Der bisherige Marketing- und Vertriebschef soll Kampa wieder auf Kurs bringen und schnell wieder Rendite erwirtschaften. Sein Talent als Sanierer hat er bereits bei der Kampa-Tochter Libella Haus unter Beweis gestellt. Und noch etwas dürfte ihm bei der Aufgabe zugute kommen: Mitarbeiter charakterisieren ihn als Team-Spieler – eine Eigenschaft, die bei der Führung des mittelständischen, ehemaligen Familienunternehmens von Vorteil sein könnte.

Der Vater von zwei Söhnen setzt sich ehrgeizige Ziele: Schon im nächsten Jahr will er eine Rendite vor Steuern von sechs Prozent vorweisen, der Umsatz soll auf knapp 190 Mill. Euro klettern. 2007 belief sich der Verlust vor allem wegen der hohen Restrukturierungskosten noch auf 35 Mill. Euro. Der Umsatz ist außerdem um 30 Prozent auf 160 Mill. Euro eingebrochen. Verkauft wurden 1086 Häuser, knapp 300 weniger als ein Jahr zuvor.

„Wir haben jetzt aber das Gröbste hinter uns“, sagt Schreyögg zuversichtlich. Bereits in diesem Jahr will er die Wende schaffen und ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen. Dazu wurden Werke geschlossen, 230 Arbeitsplätze gestrichen, wurde das Auslandsgeschäft gestärkt und aus fünf Marken eine gemacht – Kampa. Erste Erfolge sind bereits erkennbar: Im ersten Quartal 2008 legte der Auftragseingang um 15 Prozent zu.

Auch im Vorstand hat Triton reinen Tisch gemacht. Mit Elmar Schmidt (51) geht zur Hauptversammlung im Mai der bisherige CEO und Finanzchef von Bord, im besten gegenseitigen Einvernehmen, wie es heißt. Die Vorstände sollen künftig stärker als bisher in das operative Geschäft eingebunden werden und nicht nur verwalten. Die Position des Vorstandschefs der Konzernholding wird abgeschafft.

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