Martin Winterkorn
VW-Eigengewächs könnte Nachfolge antreten

Bis 2016 hat Volkswagen-Chef Martin Winterkorn noch Vertrag. Ob er ihn noch einmal verlängern will, ist offen. Irgendwann aber wird jemand seine Nachfolge antreten müssen – und das könnte auch ein Eigengewächs sein.
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HamburgIm Rennen um seine Nachfolge gibt VW-Chef Martin Winterkorn neben externen Kandidaten auch Eigengewächsen des Wolfsburger Konzerns gute Chancen. Unter denen seien mehrere, „die den Job genauso gut könnten“, sagte Winterkorn in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin „Stern.“ Aber auch die beiden Neuen könnten sich Hoffnungen machen: Andreas Renschler, der kürzlich von Daimler nach Wolfsburg wechselte und dort die Lkw-Sparte leitet, und Herbert Diess von BMW, der im Oktober nach Wolfsburg folgen soll. „Beide Kollegen sind Manager, die in ihren vorherigen Unternehmen gute Arbeit geleistet haben“, sagte der Konzernchef. Der Aufsichtsrat werde zum richtigen Zeitpunkt entscheiden.

Allzu ambitionierte Manager im Konzern warnte Winterkorn jedenfalls schon mal: „Bei uns geht es um Leistung, nicht ums Profilieren.“ Ob er selbst seinen bis Ende 2016 laufenden Vertrag noch einmal verlängern will, ließ der 67 Jahre alte promovierte Metallkundler offen. „Man weiß nie.“ Dies hänge davon ab, wie die Situation dann sei. Insider vermuten, dass Winterkorn zwei Jahre dranhängt, um noch den Golf in achter Generation auf den Markt zu bringen.

Auch bei den Kriterien für einen potenziellen Nachfolger blieb Winterkorn wage: „Ein Volkswagen-Chef muss sicher eine große Affinität zu unseren Produkten haben“, erläuterte er. „Er muss eine Nähe zum Kunden haben. Er muss eine Beziehung zu den Händlern haben, das ist sehr wichtig. Und er muss im Volkswagen-Konzern sicher eine gewisse Sozialverträglichkeit haben. Es kommt, wie immer, auf die Persönlichkeit an.“ Es helfe außerdem, ein Ingenieur zu sein. Der immer wieder als Kandidat genannte Audi-Chef Rupert Stadler ist Betriebswirt.

Zu den weiteren Kandidaten gehört auch der in der Öffentlichkeit weniger bekannte Skoda-Chef Winfried Vahland. Er hat sich vor allem intern einen exzellenten Ruf erworben. Das könnte sich als Vorteil erweisen, wenn Winterkorn das Zepter abgibt. Denn bei Europas größtem Autobauer gilt ein ehernes Prinzip, an dem schon so mancher Spitzenmann gescheitert ist, der aus anderen Konzernen an den Mittellandkanal wechselte: „Wenn Sie in Wolfsburg über kein Netzwerk verfügen und nicht eng mit anderen verdrahtet sind, haben Sie keine Chance“, sagte jüngst ein Manager zu Reuters, der die Abläufe im Konzern bestens kennt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Martin Winterkorn: VW-Eigengewächs könnte Nachfolge antreten"

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  • Der wird noch, wenn er es schafft bis 80 machen.. Dann sind Rentschler, Diess u. Stadler bereits in Rente. Da die Nachfolger weg sind ... macht es bis 90!

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