Martin Zielke Vertrauter des Commerzbank-Chefs muss nochmal ran

Wenn die Not am größten ist, verlässt man sich gerne auf seine Freunde. Gänzlich anders dürfte es auch Martin Blessing nicht gehen. In Sachen Privatkundengeschäft holt er sich nun Hilfe bei Duzfreund Martin Zielke.
4 Kommentare
Martin Zielke: Schon 2001 kümmerte er sich bei der Commerzbank um das Privatkundengeschäft. Quelle: Pressebild

Martin Zielke: Schon 2001 kümmerte er sich bei der Commerzbank um das Privatkundengeschäft.

(Foto: Pressebild)

FRANKFURT. Als ob der oberste Commerzbanker mit seinem krisengeschüttelten Haus nicht schon genug Probleme hätte, lahmt seit geraumer Zeit auch noch das Privatkundengeschäft. Nach dem überraschenden Abgang von Achim Kassow soll jetzt Martin Zielke in dem Bereich aufräumen. Blessings Vertrauen in Zielke ist groß - der 47-Jährige gilt als alter Duzfreund des Bankchefs.

Der Hesse aus Hofgeismar bei Kassel begleitet Blessing schon fast seit dessen Antritt als Vorstand bei der Commerzbank Ende 2001. Damals sanierten die beiden mit Michael Mandel, heute Chef der Direktbank-Tochter-Comdirect, das Privatkundengeschäft. "Die haben das Ding gedreht", erinnert sich einer.

Über Zielkes sonstiges Wirken im Konzern - etwa im Firmenkundengeschäft oder beim Immobilienfinanzierer Eurohypo - scheiden sich die Geister. So beschreiben ihn Verhandlungspartner und Wegbegleiter als zurückhaltend, sachkundig und pragmatisch. Selbst Belegschaftsvertreter loben seine Zuverlässigkeit. Andernorts lassen sich aber auch Misstöne ausmachen. "Zielke ist im Ton freundlich, aber unverbindlich", sagt ein Commerzbank-Manager. Der Vater zweier Kinder könne durchaus sehr unangenehm werden, falls etwas nicht nach seinen Wünschen laufe.

Das könnten demnächst auch Zielkes Kollegen im Privatkundengeschäft zu spüren bekommen. Denn das Segment mit elf Millionen Kunden läuft alles andere als rund. Per Ende September fiel ein magerer Vorsteuergewinn von gerade einmal 72 Mio. Euro an.

Dabei steht außer Frage, dass der Bereich wie kein anderer der Commerzbank noch immer in der Integration mit der Dresdner Bank steckt. Erst im Sommer wurden die grünen Schilder gegen gelbe getauscht. Doch weil bis zum Frühjahr noch immer zwei Computersysteme parallel laufen, rechnet man selbst im Haus vorerst mit wenig Besserung. Hinzu kommt das ungünstige Zinsumfeld, das die Geschäfte zusätzlich erschwert.

Schon gibt es intern erste Zweifel, ob das Privatkundengeschäft wie geplant 2012 den anvisierten operativen Gewinn von einer Mrd. Euro erreichen wird. Zielke müsste dafür nicht weniger als ein kleines Wunder schaffen. Allerdings: Saniert hat er den Bereich ja schon einmal - und wozu hat man schließlich gute Freunde?

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Martin Zielke - Vertrauter des Commerzbank-Chefs muss nochmal ran

4 Kommentare zu "Martin Zielke: Vertrauter des Commerzbank-Chefs muss nochmal ran"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "...begleitet blessing schon fast seit dessen Antritt als Vorstand bei der Commerzbank Ende 2001. Damals sanierten die beiden mit Michael Mandel, heute Chef der Direktbank-Tochter-Comdirect, das Privatkundengeschäft." !!! Diese "begleitung" war wohl für die große Mehrheit der beteiligten (insbesondere die Aktionäre sowie den inzwischen in der Not hinzugerufenen Staat/ Steuerzahler) finanziell nicht sehr erfolgreich. Klassisches beispiel für Umverteilung von unten nach oben in der bananenrepublik Deutschland.

  • Der junge Herr sollte sich vielleicht mal an die Stirn fassen statt ans Kinn - erhöht das Denkvermögen und irgendwann hoffentlich vielleicht auch mal den Aktienkurs der Commerzbank. Foto aus dem Automaten ?!

  • Gibt es in Hofgeismar bei Kassel keine Sparkasse bzw. Raiffeisenbank für einen adäquaten Verwendungseinsatz ? Sanieren Sie sich und ihren Müll bitte ohne den deutschen Steuerzahler. Diese Aktie der Coba hat im deutschen Aktienindex DAX (mit Top-Werten wie bspw. bASF, Volkswagen, Linde usw.) sicher nichts mehr verloren, sondern trägt nur dazu bei, die ansonsten gute Performance des DAX tendenziell zu verschlechtern.

  • Wenn die Herren bereits seit 2001 sanieren und "sich kümmern", muß ja wohl ziemlich viel schief gelaufen sein. Natürlich: Schuld sind immer die anderen bzw. die Amtsvorgänger. Das Team von Herrn blessing sollte sich mal an die eigene Nase fassen. bei objektiver betrachtung spricht sehr vieles dafür, dass die hier genannten Manager mit ihrer Aufgabe "leicht" überfordert sind. Auch die Entwicklung des Aktienkurses im genanten Zeitraum bestätigt dies mehr als deutlich. Es gilt hier offensichtlich das Motto, sich die eigenen Taschen so voll zu machen, solange es noch geht und so lange man den Staat (d.h. den deutschen Steuerzahler) als Stütze hinter sich hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%