Martina Hund-Mejean
Von Höchst nach New York

Die Deutsche Martina Hund-Mejean ist seit zwei Jahren Finanzchefin des US-Kreditkartenanbieters Mastercard. Hoch hinaus wollte sie schon früh. Die Idee, Finanzchefin zu werden, kam ihr als Azubi bei der Deutschen Bank. Auch die Geburt zweier Kinder stand ihrer Karriere nicht im Weg.

FRANKFURT. Damals, als sie ihre Lehre bei der Deutschen Bank unbedingt ein halbes Jahr früher beenden wollte, weil sie alles andere als Zeitverschwendung empfunden hätte. Mit zwei anderen Azubis wagte sie sich bis zum damaligen Personalvorstand Horst Burgard vor. Der gewährte nicht nur die Verkürzung, sondern plauderte auch über die Vorstandsfunktionen. "Als ich aus dem Gespräch herauskam, habe ich gedacht, es wäre toll, Finanzvorstand zu werden", erinnert sich Hund-Mejean heute.

Seit zwei Jahren hat sich der Traum der heute 49-Jährigen erfüllt. Die Deutsche ist beim US-Kreditkartenanbieter Mastercard Herrin der Zahlen - und präsentierte gestern einen Gewinn von 349 Mio. Dollar für das zweite Quartal.

Eine ungewöhnliche Karriere für eine Frau, die als kleines Mädchen in Frankfurt-Höchst zur Schule ging. Mehr als zwanzig Jahre lebt sie nun schon in New York. Ihr Chef bei Dow Chemical in Frankfurt riet ihr, nach dem VWL-Studium in Freiburg noch eine Ausbildung in den USA zu absolvieren. Für den Rat ist Hund-Mejean heute noch dankbar.

Gleich nach dem Studium an der bekannten MBA-Schmiede Darden stieg sie ins Treasury von General Motors ein - die Basis für die Karriere in den USA war gelegt. Die Geldbeschaffung für Unternehmen war bis zum Wechsel zu Mastercard 2007 ihr Metier. Dabei wirkt die Ex-Frankfurterin auf den ersten Blick nicht unbedingt wie eine Frau, die Milliardenfinanzierungen aushandelt. Sie wirkt dezent, dezent geschminkt zum dunklen Pagenkopf, dezenter Schmuck zum Kostüm. Doch wenn sie erzählt, wie sie damals bei General Motors die Finanzierungen für den Einstieg bei Isuzu mitgestemmt hat oder für Lucent Technologies nach dem Platzen der IT-Blase zwölf Mrd. Dollar aufnehmen musste, blitzen die Augen.

Bei einer dieser Finanzierungsverhandlungen für General Motors lernt sie ihren heutigen Mann Bruno kennen - einen der Banker auf der anderen Seite des Tischs. Die damals 31 Jahre alte Managerin lässt sich bald von den Verhandlungen abziehen, verabredet sich mit dem Franzosen und heiratet ihn ein Jahr später. Aus Martina Hund wird Martina Hund-Mejean. Ehe, zwei Kinder, trotzdem ging es die Karriereleiter weiter hoch.

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