Matteo Arpe
Das Wunderkind kehrt zurück

Er hatte schon früh einen Spitzenposten bei den Lehman Brothers, wurde mit 36 Jahren Vorstandsvorsitzender der Capitalia, dann verschwand er von der Bildfläche. Jetzt kehrt Matteo Arpe zurück auf die Finanzbühne - und will mit seinem Private-Equity-Fonds die angeschlagene Banca Profilo retten.

MAILAND. Der Shootingstar ist zurück. Der ehemalige Capitalia-Chef Matteo Arpe sorgt mitten in der Finanzkrise für Aufregung. Vergangene Woche kündigte der 44-jährige Italiener an, dass er die angeschlagene Banca Profilo retten will. Mit seinem Private-Equity-Fonds Sator wird er 51 Prozent der Aktien der kleinen Bank übernehmen und diese damit vor dem Aus bewahren. Mit insgesamt 70 Mio. Euro stemmt er den Großteil der 110 Mio. Euro Kapitalerhöhung.

Es war schon still geworden um den Jungstar, der noch vor dem 40. Geburtstag Spitzenposten bei der einflussreichen Mediobanca und bei der US-Investmentbank Lehman Brothers besetzt hatte. 2003 stieg er mit nur 36 Jahren zum Vorstandsvorsitzenden der Capitalia auf, die mittlerweile Unicredit gehört. Arpe, der mit seinen schweren Augenliedern und den immer noch jungenhaften Gesicht als Capitalia-Chef nicht nur Investoren betört hat, schien von der Bildfläche verschwunden. Man wusste zwar, dass er einen Private-Equity-Fonds namens Sator gegründet hatte. Dafür hatte er seine großzügige, 50 Mio. Euro schwere Abfindung genutzt. Die hatte er bekommen, nachdem er Capitalia vor zwei Jahren an Unicredit verkauft hat und für ihn neben Alessandro Profumo kein Platz im Vorstand war.

Insgesamt 16 Weggefährten beteiligten sich an dem Abenteuer, das 2008 als Starttermin hatte. Doch die Gründung fiel in die Zeit kurz bevor die Krise die Finanzwelt durcheinanderbrachte. Daher war lange unklar, was aus den ehrgeizigen Plänen des Starmanagers geworden ist. Denn außer einzelnen kleinen Investitionen hat der Fonds kaum von sich reden gemacht. Ende letzten Jahres hieß es, Sator habe insgesamt 300 Mio. Euro Kapital eingesammelt – eine stattliche Summe in diesen Zeiten.

Das einstige Wunderkind Arpe hat zwar innerhalb des italienischen Finanzkosmos Karriere gemacht, galt aber dennoch stets als Sonderfall. Vom Stil her eher angelsächsisch geprägt, hat er stets ergebnisorientiert und weniger politisch gearbeitet. Er schreckte auch nicht davor zurück, bei Größen der italienischen Hochfinanz wie Cesare Geronzi, dem damaligen Präsidenten von Capitalia, anzuecken. Die Zahlen gaben ihm recht. Angetreten im Jahr 2001, hat er die kriselnde Capitalia innerhalb von wenigen Jahren wieder in die schwarzen Zahlen zurückgebracht.

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