Matteo Arpe
Ex-Capitalia-Chef gründet Finanzinvestor

Ein halbes Jahr nach dem Verkauf von Capitalia an Unicredit hat Matteo Arpe das Geheimnis gelüftet. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der römischen Bank gründet gemeinsam mit 16 Managern den Finanzinvestor Sator, der sich zunächst auf Private Equity und Vermögensverwaltung spezialisieren wird.

MAILAND. Präsident von Sator wird der ehemalige Chef der Börsenaufsicht Consob, Luigi Spaventa. Beobachter haben sich seit Monaten gefragt, welches Projekt der erst 43-jährige Arpe in Angriff nimmt. Schließlich hat er nach der Übernahme von Capitalia durch Unicredit als Abfindung 50 Mill. Euro erhalten und in den Jahren zuvor jährlich bis zu sechs Mill. Euro verdient. „Sator Group ist das Ergebnis vier Monate langer intensiver Arbeit“, kommentiert Arpe die Gründung des neuen Investors, der 2008 seine Arbeit aufnehmen soll. Er selbst wird Mehrheitsaktionär sein und den Posten des Vorstandsvorsitzenden einnehmen.

Die Ankündigung von Arpe fällt in eine Zeit, in der der Private-Equity-Fonds Algebris in Italien für Aufruhr sorgt. Der Londoner Finanzinvestor, gegründet vom ehemaligen italienischen Star-Analysten Davide Serra, setzt derzeit den Versicherer Generali mit seiner Kritik an der Unternehmensführung unter Druck.

Arpe gilt als Shooting-Star der italienischen Finanzszene. Nach Spitzenpositionen bei Mediobanca und Lehman Brothers hat der Manager die angeschlagene Capitalia seit 2001 mit einem drastischen Restrukturierungsprogramm wieder auf Kurs gebracht. Zuletzt hatte er sich mit dem Präsidenten von Capitalia, Cesare Geronzi, zerstritten.

Das Gründungskapital von 32 Mill. Euro hat bisher fast ausschließlich Arpe beigesteuert. Eine Kapitalerhöhung ist jedoch bereits per Private Placement bei institutionellen Investoren geplant. Als Private-Equity-Investor soll Sator sowohl in Unternehmen und Finanzdienstleister als auch in Immobilien investieren. Für den zweiten Geschäftszweig, die Vermögensverwaltung, hat Arpe nach eigenen Angaben bereits Zusagen für Investitionen in Höhe von 300 Mill. Euro, unter anderem von Lehman Brothers.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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