Matthias Koch
Investor mit einem Faible für die Kultur

Matthias Koch stieg 2008 in den Aufbau-Verlag ein. Ein Jahr später folgte der Kunst- und Fotoverlag Edition Braus. Mit den Investitionen machte der Unternehmer sich schnell einen Namen als Freund der "Kulturindustrie".
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BERLIN. Matthias Koch mangelt es nicht an Selbstvertrauen. „Bislang hat alles geklappt, was wir angepackt haben“, sagt der 67-Jährige. Und das soll so weitergehen: Am Mittwoch feiert der Unternehmer das Richtfest des Aufbau-Hauses am Berliner Moritzplatz.

Im April 2011 sollen dort der Aufbau-Verlag und die Edition Braus einziehen, die zwei Verlage, die Koch gekauft hat. Außerdem eröffnen dort eine Buchhandlung und der Künstlerbedarfsladen Modular, ein neues Theater sowie Galerien wie die von Kai Dikhas, die sich auf Roma- und Sinti-Künstler spezialisiert hat. Nach eigener Aussage haben schon jetzt drei Viertel der 17 000 Quadratmeter großen Fläche im Kreativhaus Mieter gefunden. Einen zweistelligen Millionenbetrag stecken Koch und seine Partner in das Projekt.

Koch zeigte Mut, als er den insolventen Aufbau-Verlag rettete. Seit seinem Einstieg Ende 2008 hat der einst bedeutendste Literaturverlag der DDR wieder Gewinn erwirtschaftet. Zu ihm gehören so prominente Autoren wie der Hollywood-Schauspieler Armin Müller-Stahl und der Schriftsteller Rafael Seligmann. Weiterhin werden auch Klassiker der modernen Literatur wie Hans Fallada gepflegt. Im September 2009 schlug Koch wieder zu: Er übernahm den in Heidelberg gegründeten Kunst- und Fotoverlag Edition Braus. Im Frühjahr 2011 soll der Verlag ebenfalls in das Haus am Moritzplatz ziehen.

Dabei kennt sich Koch in der Buchbranche eigentlich nicht aus. Bisher war er als Vermögensverwalter und Immobilieninvestor tätig. Doch mit dem Kauf des Aufbau-Verlags hat sich der gelernte Gymnasiallehrer für Deutsch und Französisch binnen kurzer Zeit einen Namen als Investor für die „Kulturindustrie“ gemacht. Er sei ein Kaufmann, der beiden Verlagen wieder auf die Füße helfen wolle, sagt Koch. Er investiert vorsichtig, finanziert alles erst einmal mit Eigenkapital und mit Hilfe von befreundeten Kapitalgebern.

Das Geld für Kochs Investitionen stammt aus dem eigenen Familienvermögen, auch seine Frau Ingrid kommt aus einer Unternehmerfamilie. Im Aufbau-Haus wird deshalb auch die Theresia-Zander-Stiftung untergebracht sein, die nach der 2004 verstorbenen Sonderschullehrerin Theresia Zander, Mutter der Stifterin Ingrid Koch, benannt ist.

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