Matthias Müller
Ein Macher mit großem Vertrauensvorschuss

Mit einem blauen 911 Speedster war der neue Porsche-Chef bei seiner ersten Autoshow auf die Bühne gebraust. Müller gilt als hemdsärmeliger Macher - auf den auch schon VW-Patriarch Ferdinand Piëch aufmerksam geworden ist.
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ParisÖffentlichkeitswirksame Auftritte wie diese hatte er als VW-Strategiechef eher weniger. Aber seit Matthias Müller Porsche-Chef ist, gehören die Auftritte im Rampenlicht mit dazu. Auf der Autoshow in Paris im vergangenen Jahr hatte der neue starke Mann bei Porsche dann seinen ersten großen Auftritt. Der 1. Oktober war sein offizieller Arbeitsbeginn in Stuttgart-Zuffenhausen. Und viel Arbeit gab es von Anfang an. Die Absatzflaute bei der Sportwagenschmiede war zwar überwunden, Arbeit und Probleme aber blieben für den als besonnen geltenden Manager noch genügend übrig. Die Hauptaufgabe war schnell umrissen: Zusammen mit Martin Winterkorn, Chef von VW und der Dachgesellschaft Porsche SE, soll Müller die Integration von Porsche in den VW-Konzern stemmen und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft stellen. Zu kämpfen haben und hatten die Manager, die schon seit Jahren eng zusammenarbeiten, vor allem mit Altlasten und Folgen aus der geplatzten Übernahme der Wolfsburger durch Porsche. Großer Pluspunkt für Müller: Porsche übernimmt die Führungsrolle für Sportwagen im gesamten VW-Konzern.

Aber auch damals in Paris wollte Müller sich den Spaß an der neuen Aufgabe nicht nehmen lassen. Seine Arbeit beginne gleich mit einem Highlight, sagte der bisherige VW-Strategiechef mit Blick auf die 356 Exemplare der in Paris debütierenden Sonderedition Porsche 911 Speedster. Verlassen konnte er sich da bereits auf einen Vertrauensvorschuss. In Zuffenhausen sagten sie, Müller sei "hemdsärmelig und geradeaus", was perfekt zur Mentalität von Porsche passe. "Er ist ein Macher, damit können wir gut umgehen", hieß es.

VW-Chefaufseher Ferdinand Piëch schätzt Müller ohnehin. Er habe schon vor Jahren ein Auge auf den VW-Manager geworfen, behauptete der Enkel von Ferdinand Porsche in Paris. Zusammen mit Müller will er den Sportwagenbauer wieder technologisch an die Spitze bringen. Als Bewährungsprobe soll Porsche erneut am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilnehmen - in Konkurrenz zur Konzernschwester Audi. Typisch Piëch: Einer muss immer gewinnen.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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