MBA
Drei Buchstaben auf dem Weg zur Spitzenkarriere

Handelsblatt.com bietet Ihnen mit der neuen Serie „Weltspitze – wie Deutsche international Erfolg haben“ praktische Hilfe: Jeden Montag präsentiert der Personalberater und Buchautor Sergey Frank eine Kolumne zu dem Thema, wie Unternehmer im Ausland Geld verdienen können. Heute geht es um den MBA und wie wertvoll dieser Uni-Abschluss wirklich ist.
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Heute geht es im Rahmen der Serie um die Frage, welches Master-Ausbildungsmodell förderlich für die internationale Karriere ist. Hier steht an prominenter Stelle der Master of Business Administration, auch MBA genannt. Kein Ausbildungsabschluss hat in den letzten Jahren eine derartige Aktualität erfahren wie der MBA. So kann man diesen Abschluss nicht nur in den USA und an den führenden Universitäten in Europa erlangen, sondern auch in Russland, in China und in anderen Ländern. Dementsprechend stellt sich die Frage, welchen Nutzen ein MBA für eine internationale Karriere besitzt.

Gerade in den USA, aber auch in Großbritannien gilt der MBA seit langem als Königsweg der Managementausbildung. Teilnehmer von MBA-Programmen lernen, sich in kleinen Teams schnell in neue Themenbereiche einzuarbeiten. Interdisziplinäres Denken, interkulturelles Verstehen, Reduzierung von Komplexität und die schnelle Lösung von Problemen in kleinen Teams – das sind alles Fähigkeiten, die ein MBA-Programm fordert und fördert und deren Einsatz auch in Managerpositionen äußerst notwendig ist.

In den letzten 15 Jahren hat der MBA auch in Europa und speziell in Deutschland an Bedeutung gewonnen. Ingenieure, Naturwissenschaftler, Mediziner, Juristen, aber auch Diplom-Kaufleute sehen in einem MBA einen Beschleuniger für ihre internationale Karriere. Ein wahrer Schub für europäische MBA-Programme resultiert aus dem Bologna-Prozess, der zur Vereinheitlichung der Bildungsabschlüsse in Europa beitragen soll. Vor diesem Hintergrund haben sich neben dem traditionellen Vollzeit-MBA-Programm weitere Arten von MBA-Programmen etabliert, insbesondere Teilzeit- und Executive MBA-Programme für bereits im Beruf stehende Teilnehmer, die neben dem Job den MBA abends und am Wochenende absolvieren.

Wie alles anfing - Die USA als führende Ausbildungswerkstatt

Bereits im Jahr 1902 initiierte das Dartmouth College in New Hampshire (USA) ein Programm mit dem Titel „Master of Commercial Science“. Die Harvard University folgte bald nach und bot 1908 ein praxisorientiertes Lehrprogramm an. Dieses Datum gilt auch als die Geburtsstunde des Master of Business Administration. In der Folgezeit entwickelte die Harvard Business School eine eigene Lehrphilosophie, die vor allem auf Fallstudien (Case Studies) basierte, ein Konzept, das die übrigen Anbieter aufgriffen: Weniger abstrakte Theorie, sondern stärker im konkreten Dialog mit den Studenten Fallbeispiele klären.

Diese Philosophie wurde in den folgenden Jahrzehnten insbesondere in den USA kontinuierlich weiterentwickelt. Dementsprechend wurden die führenden, internationalen Rankings der Vollzeit-MBA-Programme, wie das Financial Times Global MBA-Ranking oder das Full-time MBA-Ranking des Economist, jahrelang von amerikanischen MBA-Programmen dominiert. Vor allem in den späten neunziger Jahren waren die Spitzenprogramme aus den USA das Maß aller Dinge. Der MBA hatte sich in den Vereinigten Staaten – im Gegensatz zu Kontinentaleuropa – als unumstrittener Standard für die Managementausbildung etabliert.

Paradigmenwechsel

Seit einiger Zeit jedoch, verstärkt noch durch die Finanzkrise, ist hier ein Wandel zu beobachten. So hat sich der Anteil der kontinentaleuropäischen und asiatischen MBA-Programme unter den Top 20 der Welt zwischen 2006 und 2009 verdoppelt. Gleichzeitig ist der Anteil amerikanischer Programme in der Spitzengruppe um etwa ein Drittel zurückgegangen.

Die derzeitigen Probleme der amerikanischen Business Schools haben natürlich etwas mit der Finanzkrise zu tun: So verlor beispielsweise die Harvard University im Zuge der Krise etwa 30 Prozent ihres Stiftungsvermögens – immerhin acht Milliarden US-Dollar – und ist zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen. Gleichzeitig mussten sich insbesondere die amerikanischen „Kaderschmieden“ der Finanzindustrie vorwerfen lassen, durch ihre Ausbildungsinhalte wesentlich zur Entstehung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise beigetragen zu haben. Das daraus resultierende, negative Image der führenden amerikanischen MBA-Programme hat insbesondere Auswirkungen auf internationale Bewerber:

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