MBA-Finanzierung
Endstation Zahltag

Die Finanzkrise hat auch die amerikanischen Business-Schools im Herbst in arge Bedrängnis gebracht. Fast alle wichtigen Finanzinstitute stoppten ihre Finanzierungsprogramme für die ausländischen MBA-Studenten ohne amerikanischen Bürgen. In Europa haben die Banken zwar die Kreditvergabe nicht gestoppt, doch befürchten einige Business Schools, dass ihre Studenten nicht mehr so leicht Geldgeber finden.

So international wie sich die US-Schulen sonst geben, plötzlich standen viele ihrer Studenten mit der Studienfinanzierung allein da. Auch MBA-Studenten im ersten Jahr bangten, wie sie im nächsten Jahr die Studiengebühren, ihre Miete und Essen bezahlen sollten.

Das Problem haben jetzt die ersten Top-Schulen gelöst. So gewannen in den vergangenen Wochen die Wharton School of the University of Pennsylvania, die University of Chicago Booth School of Business, MIT Sloan School of Management und die Harvard Business School neue Partner für die Finanzierung. Viele Schulen der zweiten Liga sind aber noch nicht so weit. Und auch in Europa machen sich einige Schulen nach wie vor große Sorgen.

In Europa haben die Banken zwar die Kreditvergabe nicht gestoppt, doch befürchten einige Business Schools, dass ihre Studenten nicht mehr so leicht Geldgeber finden. Viele Banken halten sich zurück und auch weniger Unternehmen sind in der Krise bereit, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. "Die Hauptfrage ist momentan, wie Studenten den MBA finanzieren", sagt Arnold Longboy, der für den Campus London der University of Chicago Booth School of Business verantwortlich ist.

Die Darlehen sind für die Studenten wichtig. Rund 60 Prozent der Vollzeit-MBA-Teilnehmer der Cranfield School of Management nehmen Kredite bei Banken auf, um einen Teil der Kursgebühren oder das Leben auf dem Campus zu bezahlen. An vielen anderen Schulen ist es ähnlich. Mit den Partnerbanken habe Cranfield zwar gesprochen, doch vor Juli oder August wisse man nicht, wie diese nun Kredite vergeben, sagt Sean Rickard, Cranfield-Direktor für den Vollzeit-MBA und das Zulassungsverfahren. Die HSBC sei eine der wichtigsten Banken, mit der die Schule zusammenarbeite. Und sie ist auch für andere Business Schools der entscheidende Kreditgeber. Doch die HSBC habe ihr Engagement bei einigen Schulen zurückgefahren, sagt Rickard.

Für einige Bewerber bedeutet die Zurückhaltung der Banken erst einmal das Aus für den MBA-Traum. An der Ashridge Business School hatten schon etliche Studenten der aktuellen MBA-Klasse, die im Januar in die Vorlesungssäle einzog, Probleme mit der Absicherung der Darlehen. "Zehn Prozent der angenommenen Kandidaten kamen nicht nach Ashridge, weil sie den MBA nicht über einen Kredit finanzieren konnten", sagt Amy Armstrong, Ashridge-Direktorin für die MBA-Marketingstrategie.

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