McDonald's
McDonald's-Chef kämpft mit den Pfunden

Jim Skinner gehört zu den Gewinnern der Krise: Der Chef der größten Fast-Food-Kette der Welt, McDonald’s, konnte den weltweiten Umsatz im letzten Jahr um 6,9 Prozent steigern – die amerikanische Wirtschaftsikone verkauft so viel wie nie. Doch weil die Amerikaner immer dicker werden, hat Skinner nun ein handfestes Imageproblem.

ATLANTA. Jim Skinner ist ein Gewinner der Rezession. Er selbst würde sich nur ungern so bezeichnen, denn eigentlich ist der blasse 65-Jährige ein bescheidener Mann. Doch er führt ein Unternehmen, das im Krisenjahr 2008 seinen weltweiten Umsatz um 6,9 Prozent steigerte – und den Erfolg im laufenden Jahr fortsetzt. So gut steht der Konzern da, dass er seinem Chef eine satte Gehaltserhöhung von 70 Prozent zukommen ließ – und damit ein Jahressalär von 13,6 Millionen Dollar. Jim Skinner ist der Chef von McDonald’s, der amerikanischen Wirtschaftsikone und größten Fast-Food-Kette der Welt.

Doch seit kurzem hat Jim Skinner ein Problem. Denn nicht nur seine eigene Brieftasche ist während der Wirtschaftskrise angeschwollen, sondern auch der kollektive Hüftumfang seiner Mitbürger. Jüngste Studien zeigen, dass die Amerikaner, ohnehin eine übergewichtige Nation, in den vergangenen eineinhalb Jahren weiter zugelegt haben. US-Medien sprechen von „Rezessionspfunden“.

Der Grund: Mit steigender Armut sparen die Menschen am Essen. Ein Big Mac ist eben billiger als Salat aus ökologischem Anbau. „Die Menschen nehmen mehr leere Kalorien, zuckerhaltige und fette Nahrungsmittel zu sich“, sagt Adam Drewnowski, Ernährungswissenschaftler an der University of Washington in Seattle. „Übergewicht ist die giftige Ablagerung einer kollabierenden Wirtschaft.“

Jim Skinner, schmallippig und von unauffälliger Statur, sagte im vergangenen Jahr, McDonald’s sei zwar „ziemlich resistent gegenüber der Rezession, aber nicht unverwundbar“. Nicht die Wirtschafts- oder die Finanzkrise könnte den Hamburger-Riesen nun erschüttern, sondern eine handfeste Imagekrise.

Eine solche gab es schon mehrfach in der Geschichte des Konzerns, zuletzt zu Beginn des neuen Jahrtausends, und es war ausgerechnet Skinner, der 2004 antrat, um das Unternehmen aus dem Tal der Tränen zu führen. McDonald’s war damals zum Symbol eines enthemmten Kapitalismus avanciert, zum Sündenbock für die Fettleibigkeit einer ganzen Nation, zur Zielscheibe der Gesundheitslobby, der Umweltlobby und der Tierschutzlobby.

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