Mediation ist noch keine Erfolgsstory
Wirtschaftsmediation auf dem Vormarsch

Siemens tut es, die Maritim-Hotelgruppe auch, ebenso wie die etwas weniger bekannte AGIV AG. Immer mehr Firmen gehen mittlerweile dazu über, in ihr Rechtsmanagement eine sanfte Form der Streitbeilegung zu integrieren.

HB BERLIN. Zu einer Erfolgsstory ist die Mediation in Deutschland damit zwar immer noch nicht geworden. Aber zu einem Markt mit Zukunft im Rechtsberatungsgeschäft: "Eins ist klar", sagt Christian Stubbe, Senior Counsel der Rechtsabteilung bei Siemens: "Alternative Konfliktlösungen wirken schnell und kostengünstig. Echte Prozesse sind dagegen langsam und teuer".

Mediation ist die Kunst, zwei Parteien unter vorsichtiger Anleitung eines unparteiischen Dritten so lange verhandeln zu lassen, bis sie ihren Konflikt selbst und ohne Gerichtsverfahren lösen können. Lange Zeit handelten Fachkreise die aus den USA stammende Verhandlungsmethode als Allheilmittel für Anwälte und Gerichte. Durch die Vermittlung eines Dritten sollten mehr Streitfälle außerhalb der Gerichte mit weniger Aufwand gelöst werden, zerstrittene Parteien wieder zu einander finden, Zeit und Kosten aufwendiger Gerichtsverfahren gespart werden und letztlich neue Geschäftsfelder für die darbende Anwaltschaft erschlossen werden.

Das Wunder ist zwar ausgeblieben. "Mediation ist vor allem eine Methode" unterstreicht die Geschäftsführerin des Deutschen Anwaltsvereins (DAV), Angelika Ruestow, ihre persönliche Sicht der Dinge. Aber auch ohne dass blühende Landschaften im Beratungsgewerbe ausgebrochen wären, könnten einige Anwälte mittlerweile auskömmlich und durchaus alleinständig von der Mediation leben.

Es sind vor allem zwei Geschäftsfelder, in denen es sich anbietet, vor dem Streit mit den Paragrafen die einvernehmliche Einigung zu suchen: bei Familienkonflikten und im Firmenbereich.

Dort sind es vor allem größere Unternehmen, die diesen neuen und günstigen Weg für sich entdeckt haben. Eine Mediation kann so manche Rechtsabteilung einsparen. Eine Rolle, die ohnehin viele aufwendig betriebene Großkanzleien gegenwärtig einnehmen. "Nach einigen Anfangsschwierigkeiten hat die deutsche Wirtschaft die Mediation und andere Formen nicht gerichtlicher Konfliktbearbeitung akzeptiert", berichtet Siemens - Mann Stubbe.

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