Medienbranche
Fix und Foxi leben

Der Kinderfilm-Produzent und Urenkel von Käfer-Konstrukteur Ferdinand Porsche über eine unberechenbare Branche: Auf eine Pasta mit dem Kinderfilmproduzenten und CEO von Your Family Entertainment, Stefan Piëch.
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MÜNCHEN. Wenn Oscar, der Ballonfahrer und sein bester Freund, Kalli, der Kaktus, die Welt erkunden, leuchten nicht nur Kinderaugen. „Schauens mal die natürlichen Farben an“, sagt Kinderfilmproduzent Stefan Piëch, der sein iPhone mit der rechten Hand fest umklammert hat, in seinem Wiener Akzent. Gerade segelt Oscar auf dem kleinen Handy-Bildschirm in die riesigen Baumwipfel mit seinem Ballon, der schließlich in einer Biberkolonie mitten in einem riesigen Wald landet.

„Gleich wird die Lebensweise der Biber erklärt. Wissen Sie, wie Biber bei einer geschlossenen Eisdecke überleben? Hier erfahren Sie es“, schwärmt der 38-Jährige mit begeisterten Augen bei einem Lunch im Kempinski am Münchener Airport und ergänzt: „Das ist Zeichentrick mit einem hohen Qualitätsanspruch.“

Stefan Piëch, Urenkel von Käfer-Konstrukteur Ferdinand Porsche und Neffe von Ferdinand Piëch ist ein glänzender Verkäufer. Sein Vater ist Ferdinand Piëchs jüngster Bruder und der Porsche Automobil Holding SE, Hans Michel Piëch. Sein Vater teht vor dem Einzug in den Aufsichtsrat der Volkswagen AG.

Sohn Stefan als Vorstandschef und Mehrgesellschafter des börsennotierten Filmunternehmers Your Family Entertainment liebt er sein Produkt, das er weltweit an Fernsehsender verkauft. Seine wichtigsten Abnehmer in Deutschland sind Super RTL und der öffentlich-rechtliche Kinderkanal.

Die Rechte an der Animationsserie „Oscar, der Ballonfahrer“ hat Piëch zeitlich unbefristet erworben und verkauft sie rund um den Globus. Seine kleine Firma ist mittlerweile der weltweit fünftgrößte Anbieter von gewaltfreien Kinderprogrammen. Dennoch sind die Umsätze bescheiden. Im vergangenen Jahr beliefen die Erlöse gerade auf annähernd fünf Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei knapp einer Million Euro. An der Börse ist sein Unternehmen, an dem knapp 78 Prozent hält, rund zehn Millionen Euro wert. Der Aktie notiert bei rund 1,20 Euro.

Einfach war der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmer für den dreifachen Familienvater nicht. Erst im Oktober 2005 übernahm der gebürtige Wiener die damals völlig marode RTV Family Entertainment AG vom damaligen Hauptaktionär Ravensburger AG. RTV war eine der Filmfirmen, die im Boom der New Economy den Weg an die Börse fand und einst eine sagenhafte Marktkapitalisierung von einer Milliarde Euro besaß, dann aber gnadenlos abstürzte.

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