Medienmogul
Murdoch: Mit Schlagzeilen in die Schlagzeilen

Seit mehr als 30 Jahren ist der Medienunternehmer Rupert Murdoch in den USA aktiv. In dieser Zeit hat er die Branche mit zahlreichen Übernahmen, Beteiligungen und Neugründungen in Atem gehalten. Zum Verlagshaus Dow Jones war es ein Hürdenlauf in vier Etappen über vier Kontinente.

NEW YORK. Rupert Murdoch hat tief fliegende Regionalblätter übernommen, via Fernsehen singende Superstars gesucht ("American Idol") und in Hollywood-Filmstudios den "Krieg der Sterne" austragen lassen. Für den Pulitzer Preis hat das nie annähernd gereicht, sehr wohl aber für den Sprung unter die 100 reichsten Menschen der Welt.

Das US-Magazin "Forbes" taxiert Murdochs Privatvermögen auf neun Mrd. Dollar, der aktuelle Börsenwert des von ihm kontrollierten Medienkonzerns News Corp. liegt bei 68 Mrd. Dollar. Das reicht Murdoch aus, um in der Spätphase seiner Karriere ein journalistisches Flaggschiff zu erobern und sich künftig - wenngleich indirekt - mit den Pulitzer-Preisen des "Wall Street Journal" zu schmücken. Zum Verlagshaus Dow Jones war es ein Hürdenlauf in vier Etappen über vier Kontinente:

Etappe eins: Australien

Rupert Murdoch wird 1931 als Sohn eines Verlegers in Melbourne geboren. Er ist gerade mal 21, als er nach dem Tod des Vaters die Zeitungen "The Adelaide News" und "Sunday Mail" übernimmt. Obwohl er zunächst als Lenin-Anhänger und Freund langer Party-Nächte gilt, stellt er das väterliche Erbe hochprofitabel auf, übernimmt weitere Lokalzeitungen und expandiert quer durch Australien. 1959 kauft er seine erste TV-Station, Channel 9 in Adelaide. Als Herausgeber des "Daily Mirror" begründet er seinen zweifelhaften Ruf als "Dirty Digger", weil sich die Zeitung vor allem um Sex und andere Sensationen rund um Sydney kümmert. An seinem unternehmerischen Erfolg ändert das nichts: 1968 ist Murdochs australisches Medien-Portfolio bereits 50 Mill. Dollar wert.

Etappe zwei: Großbritannien

Als der fünfte Kontinent abgegrast ist, beginnt der frühere Oxford-Student seinen Eroberungszug in Großbritannien. Die Zeitung "The Sun" wird in London 1969 zwar 600 000 Mal verkauft, macht aber Millionenverluste. Murdoch übernimmt die Kontrolle, steckt die Zeitung ins kleinere Tabloid-Format und garniert sie mit freizügigen Bildern so genannter "Seite-drei-Girls". Er sieht seine Rolle als Entertainer, nicht als Informationslieferant. Der Strategiewechsel auf den Boulevard bringt ihm zwar zahlreiche Feinde nicht nur im Medien-Business, wird jedoch finanziell ein Erfolg: die Auflage der "Sun" vervielfacht sich über die Jahre und wächst zeitweise auf vier Millionen.

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