Medienunternehmer
Milliardenklage Kirchs gescheitert

In der jahrelangen Dauerfehde zwischen der Deutschen Bank und Leo Kirch hat der Medienunternehmer eine schwere Niederlage einstecken müssen.

MÜNCHEN. Das Landgericht München wies am Dienstag eine Klage von 17 ehemaligen Kirch-Firmen auf zwei Mrd. Euro Schadensersatz ab. Kirch legte Revision ein.

Kirch macht Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer für den Zusammenbruch seines Imperiums verantwortlich, weil dieser einst in einem Interview kurz vor der Pleite die Kreditwürdigkeit Kirchs in Zweifel gestellt hatte. Der Bundesgerichtshof sprach einem Kirch-Unternehmen - der Kirch-Printbeteiligung GmbH - grundsätzlichen Anspruch auf Schadensersatz zu. Auch hier fordert Kirch einen Milliardenbetrag. Diese Klage läuft noch in München. Der Versuch Kirchs, auch für andere seiner Firmen Ansprüche geltend zu machen, scheiterte nun erstmal. Den klagenden Kirch-Firmen stehe "schon dem Grunde nach kein Schadensersatz zu", sagte Richterin Brigitte Percher. Die 17 Firmen hätten schließlich keinen Vertrag mit der Deutschen Bank gehabt.

Die Deutsche Bank begrüßte das Urteil. "In diesem Verfahren ist das ein Sieg auf ganzer Linie", sagte Deutsche-Bank-Anwalt Peter Heckel dem Handelsblatt. Der Richterspruch habe zwar keine unmittelbaren Auswirkungen auf das andere Milliarden-Verfahren. Es sei aber ein Ansporn, sich weiter gegen die nach Einschätzung der Bank unberechtigten Forderungen Kirchs zu wehren. Die Deutsche Bank hat bisher keine Rückstellungen für möglichen Schadensersatz gebildet und hat dies nach Angaben aus dem Umfeld auch weiter nicht vor.

Bei Kirch gibt man sich weiterhin zuversichtlich. Die Aussichten seien trotz des Rückschlags weiterhin sehr gut. Die nächste Entscheidung in dem endlosen Rechtsstreit könnte im Mai fallen.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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