Medikamenten-Entwicklung: Start-up-Firma erhält 40 Millionen

Medikamenten-Entwicklung
Start-up-Firma erhält 40 Millionen

Von einem marktreifen Produkt trennen sie noch Jahre, und doch ist jeder einzelne der Finanzwelt schon eine Million Euro wert: Die 40 Mitarbeiter des schwäbischen Start-up-Unternehmens Immatics. So viel Geld hat schon lange keine Neugründung mehr erhalten.

FRANKFURT. Das Spin-off der Universität Tübingen hat möglicherweise eine neue Medikamentenklasse gegen Krebs entwickelt und bekommt jetzt 40 Millionen Euro Starthilfe vom SAP-Gründer Dietmar Hopp und verschiedenen Finanzinvestoren. Das ist die größte private Finanzierungsrunde, die der Biotech-Sektor in den letzten fünf Jahren gesehen hat.

"Unser wichtigstes Projekt ist ein Wirkstoff gegen Nierenkrebs", sagt Niels Emmerich, der Immatics im Jahr 2000 mit seinem Kommilitonen Harpreet Singh gründete und heute Chief Operating Officer (COO) des Unternehmens ist. Grundsätzlich sei die Technologie jedoch auf alle Krebsarten anwendbar. Dank der Finanzspitze sieht das Unternehmen sich in der Lage, die klinische Entwicklung bis Ende 2009 in die entscheidende Phase voranzutreiben. "Dann werden wir entweder an die Börse gehen oder uns einen Partner in der Pharmaindustrie suchen", sagt der Jungunternehmer mit Doktortitel.

Wie viele Forschergruppen setzen auch die Mitarbeiter von Immatics die Hoffnung auf so genannte therapeutische Impfstoffe. Das sind Arzneien, die das körpereigene Immunsystem darauf trainieren, die Tumorzellen in Blut und Gewebe ausfindig zu machen und zu vernichten. Im Gegensatz zu Impfstoffen gegen Infektionen wie Masern oder Grippe werden therapeutische Impfstoffe grundsätzlich nur bei einer Vorerkrankung verabreicht.

Nierenkrebs - medizinisch korrekt: Nierenzellkarzinom - könnte sich als Zielscheibe einer therapeutischen Impfung gut eignen. Da das Organ so stark durchblutet ist, verteilen sich die Tumorzellen bei dieser Krebsart besonders schnell im ganzen Körper. Dadurch ist das Rückfallrisiko nach einer erfolgreichen Operation vergleichsweise hoch. Zudem ist die Krankheit einer der zehn häufigsten Krebsarten und verläuft oft tödlich.

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