Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern
Stefan Dräger: Die Familie geht vor

Stefan Dräger führt den gleichnamigen Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern in fünfter Generation. Um wieder Herr im Haus zu werden, will er Anteilseigner Siemens auszahlen. Bereits seit Seit Wochen verhandeln die Norddeutschen mit den Bayern über Einzelheiten des Deals. Gleichzeitg versucht das Unternehmen das dafür nötige Geld einzusammeln. Entlassungen sind dabei nicht ausgeschlossen.



HAMBURG. Stefan Dräger, die dunkelbraunen Haare militärisch kurz, der dunkelgraue Anzug faltenfrei, geht es in seinen Ausführungen gern grundsätzlich vor. Dabei hätten es die Zuhörer lieber knapp und klar. Immer wieder wird der schmächtige Unternehmer am Donnerstagvormittag während seiner Präsentation der Bilanz 2008 in Hamburg gefragt, ob und wann das Familienunternehmen den Weltkonzern Siemens – mit 25 Prozent der Anteile Minderheitsaktionär an der Dräger-Sparte Medizintechnik –hinauskaufen wird.



„Das hängt an drei Bedingungen“, doziert der Unternehmenserbe genüsslich, bevor er die Details durchdekliniert: „Wir brauchen eine Einigung mit Siemens, die Finanzierung der Transaktion muss stehen, und die Risikoabschätzung muss stimmen.“

Seit Wochen verhandelt Dräger aus Lübeck – gut 1,9 Mrd. Euro Jahresumsatz im Jahr 2008 und knapp 11 000 Mitarbeiter auf der Lohnliste – mit Siemens aus München – Jahresumsatz 77 Mrd. Euro und 430 000 Mitarbeiter – über Einzelheiten des Deals.

Parallel versuchen die Norddeutschen, unter schwierigen Marktbedingungen das dafür nötige Geld einsammeln. Die Vermarktung eines Schuldscheindarlehens laufe, teilte Dräger am Donnerstag mit. Beim Preis für die Trennung gehen die Meinungen auseinander, maximal 300 Mio. Euro haben die Lübecker ins Auge gefasst. Weniger wäre angesichts eines im Jahr 2008 um mehr als 23 Prozent gesunkenen Jahresüberschusses von nur noch knapp 47 Mio. Euro besser.

Doch Stefan Dräger, der den vor 120 Jahren gegründeten Spezialisten für Medizin- und Sicherheitstechnik in fünfter Familiengeneration führt, will nach sechs Jahren der Kapitalverflechtung mit einem Großkonzern wieder Herr im familiär geprägten Haus sein. Nach der Trennung in zwei eigenständige Bereiche soll die Zusammenführung angesichts des Geschäftsrückgangs 2008 Kosten sparen. „Wir sehen den Vorteil, dass wir dann die Gemeinsamkeiten eines integrierten Medizin- und Sicherheitstechnikkonzerns nutzen und Entscheidungen einfacher und schneller treffen können“, sagt der Eigentümer und Vorstandschef, der in Personalunion die Sparte Medizintechnik führt.

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