Mehr Wettbewerbskompetenz erforderlich
Wo Anwälte künftig gutes Geld verdienen können

"Anwaltschaft, ein starker Beruf" - unter dieses Motto stellt der Deutsche Anwaltverein den diesjährigen Deutschen Anwaltstag. Rein wirtschaftlich betrachtet sind die Zeiten für den Großteil der 132 000 Berufsträger jedoch alles andere als rosig. Denn das Jahresnettoeinkommen von über der Hälfte der deutschen Anwälte liegt bei knapp 20 000 Euro, ein Schicksal, das sie mit weiten Teilen der Ärzteschaft teilen.

HB GARMISCH. Dabei liegen die Tätigkeitsfelder für die Anwaltschaft eigentlich auf der Hand, bieten doch deutscher und europäischer Gesetzgeber genügend Anlass für ausgiebige Beratung, wie etwa das jüngste Beispiel des neuen Antidiskriminierungsgesetzes zeigt. Vor allem die Großkanzleien haben schnell geschaltet und schon im Vorgriff auf die künftige Gesetzgebung Workshops abgehalten, um Unternehmer und Betriebsräte auf die neue Situation einzustellen - natürlich auch in der Hoffnung, bei künftigen arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mandatiert zu werden.

"Beratungsbedarf besteht bei deutschen Unternehmern aber zum Beispiel auch bei der Evaluierung geeigneter Produktionsstandorte im europäischen und außereuropäischen Raum", nennt Guido Baus, Kanzleiberater aus Solingen, ein weiteres lukratives Betätigungsfeld für Anwälte. "Bis 2050 wird die deutsche Bevölkerung um 20 Mill. Einwohner schrumpfen. Wachstum gibt es für die deutsche Anwaltschaft also perspektivisch nur im internationalen Markt", ist Baus überzeugt. Wer sich künftig nicht international ausrichte oder spezielle Branchenkenntnisse ausbilde, sterbe einen "langsamen qualvollen Tod".

Zu den grenzüberschreitenden Themen der Zukunft zählt Baus etwa Gesellschafts- und Steuerrecht, die Gentechnik, den Pharmabereich, IT, Umweltschutz und die Tourismusbranche. Wachstum sei aber nur zu generieren, wenn die Anwaltschaft ihre Wettbewerbskompetenz verbessere und proaktives Marketing betreibe. Doch davon sind derzeit noch viele Kanzleien weit entfernt. So geht aus einer empirischen Studie des Instituts für Freie Berufe an der Universität Nürnberg hervor, dass nur jede zehnte Kanzlei über ein Marketingkonzept verfügt.

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