Mehrstufiges Marketing
Markenpflege beim Kunden des Kunden

Chipkonzern Intel hat es vorgemacht: Mit mehrstufigem Marketing können sich unbekannte Firmen einen Namen machen.

HB DÜSSELDORF. Intel hat die Zeichen der Zeit früh erkannt. Obwohl der Chiphersteller Anfang der 90er-Jahre Marktführer war, kannte fast niemand seinen Namen. Wie auch? Jemand, der am Computer arbeitete, sah die Bauteile im Inneren des PCs nicht. Er sah nur den renommierten Namen des Geräteherstellers. Damals. Heute dagegen schwärmen manche Anwender von den Vorzügen ihres Intel-Computers – auch wenn sie das Gerät bei Aldi gekauft haben und Medion draufsteht. Die Marke Intel ist plötzlich populär.

Was ist passiert? Als Unternehmen wie AMD und Cyrix sich immer mehr zu ernsthaften Branchenkonkurrenten entwickelten, änderte Intel seine Strategie. Dem Marktführer war klar, dass er sich schnell aus der Masse der ununterscheidbaren Produkte abheben musste. Es galt, sich mit einer starken Marke einen Namen zu machen.

Dafür gab Intel Milliarden aus. 1991 kreierten die Marketingstrategen des Konzerns den Slogan „Intel inside“, der sich bald auch auf Endprodukten fand. Umfangreiche Kooperationsverträge mit Computerherstellern sicherten die Verbreitung der Marke: PC-Hersteller erhielten bis zur Hälfte ihrer Werbekosten erstattet, wenn sie das Intel Logo auf ihre Computer und Verpackungen klebten.

So geriet Intel rasch zu einem eigenständigen Begriff und Qualitätsmerkmal. Der Chiphersteller profitierte dabei kräftig vom Imagetransfer etablierter Namen wie Compaq, Dell oder IBM. Und: Der entstandene Nachfragesog führte dazu, dass PC-Hersteller bald nicht mehr auf Intel verzichten wollten. Nur ein Jahr nach dem Start der Kampagne hatte Intel seinen Gewinn um 63 Prozent gesteigert. Auch heute noch ist das Unternehmen Marktführer und wertet mit seinen Aufklebern zahlreiche Nichtmarkenprodukte auf.

Seite 1:

Markenpflege beim Kunden des Kunden

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%