Management
Merckles erfahrene Aufräumer

Harald Wiedmann, Martin Stockhausen und Klaus Hubert Görg werden Treuhänder des angeschlagenen Familienkonzerns, der in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Sie sollen mit interessierten Investoren verhandeln.

STUTTGART. Ludwig Merckle kommt als Testamentsvollstrecker bei der Verwertung des angeschlagenen Familienimperiums seines Vaters Adolf voran. Die Merckle-Holding VEM hat jetzt drei Treuhänder benannt, die den Verkauf des Medikamentenherstellers Ratiopharm organisieren und die Geschäfte des Pharmagroßhändlers Phoenix begleiten sollen.

Zu den Treuhändern gehört wie bereits gestern berichtet Klaus Hubert Görg. Der 68 Jahre alte Chef der Wirtschaftskanzlei Görg Partnerschaft von Rechtsanwälten spielte Schlüsselrollen bei der Insolvenz des Medienunternehmers Leo Kirch und des Baukonzerns Philipp Holzmann.

Er bringt noch Martin Stockhausen mit: einer der Partner in der Kanzlei Görg. Der 1959 geborene Jurist ist Experte für Bankrecht sowie Sanierung insolventer Unternehmen. Häufig hat er bei Insolvenzen institutionelle Gläubiger wie Banken vertreten.

Komplettiert wird das Trio von Harald Wiedmann, Ex-Chef der deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Der renommierte Wirtschaftsprüfer und Bilanzrechtler soll sich um den Pharmagroßhändler Phoenix kümmern. Er gilt mit seiner offenen und direkten Art als bestens verdrahtet in den Chefetagen deutscher Großunternehmen.

Als Präsident des Deutschen Standardisierungsrates engagierte er sich bis vor zwei Jahren für eine Vereinheitlichung der Rechnungslegung. Neben seiner Tätigkeit als Honorarprofessor an der TU Berlin und der Universität Frankfurt arbeitet er heute bei der Berliner Sozietät Gleiss Lutz. Wiedmann wurde 1945 in Schwäbisch Gmünd unweit von Adolf Merckles Heimat Blaubeuren geboren.

Die 40 Gläubigerbanken hatten nach dem Freitod des Familienpatriarchen Adolf Merckle Anfang Januar durchgesetzt, dass dessen ältester Sohn Ludwig aus der VEM ausscheidet und Treuhänder die Führung übernehmen, auf die sich aber die Banken mit der Familie einigen müssten. „Mit der Benennung der Treuhänder ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Restrukturierung der Merckle-Gruppe getan“, sagte Ludwig Merckle gestern. Es gebe für Ratiopharm wie auch für andere Unternehmen der Gruppe ein äußerst reges Interesse von Investoren aus allen Bereichen, sagte Merckle.

Die Familie drücken Schulden von rund fünf Milliarden Euro. Merckle hatte von den Gläubigerbanken einen Überbrückungskredit erhalten. Als Sicherheit dienen die drei großen Merckle-Beteiligungen: der Arzneimittelhersteller Ratiopharm und der Pharmahändler Phoenix sowie der Baustoffhersteller Heidelberg Cement. Mit dem Kredit gewann die Familie Zeit, um die Umschuldung einzuleiten, die auf einem Sanierungsgutachten von KPMG basieren wird.

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