Messman gefeuert, Hovsepian folgt
Neuer Novell-Chef soll Linux voranbringen

Am Donnerstag hat der Vorstand des Software-Spezialisten Novell seinen Chef Jack Messman und dessen Finanzvorstand Joseph Tibbetts mit sofortiger Wirkung entlassen. Zum Nachfolger an der Unternehmensspitze wurde der ehemalige IBM-Manager Ron Hovsepian ernannt, der seit 2003 bei Novell ist. Der Wechsel kommt nicht von ungefähr; Novell hat Probleme.

HB MÜNCHEN. Hovsepian war bisher bereits als President und Chief Operation Officer (COO) für das Unternehmen verantwortlich. Die Rolle des Finanzchefs wird interimsweise die bisherige Controllerin Dana C. Russell übernehmen. Der Novell-Vorstand setzt darauf, dass Hovsepian den Umbau des Konzerns zu einer Produktstruktur auf der Basis des Betriebssystems Linux mit mehr Energie betreibt als sein Vorgänger Messman. Dies soll die Wachstumsmöglichkeiten erheblich beschleunigen.

Novell hatte sich in den Pionierzeiten des Personal-Computers mit seiner Spezial-Software Netware einem Namen gemacht. Das Produkt galt lange als das klassische Netzwerk-Betriebssystem, spielt aber heute kaum noch eine Rolle. Novell war Ende der 80-er und in den 90-er Jahren Microsoft unterlegen, als Bill Gates die zunehmende Bedeutung der Vernetzung erkannte und in die Produktstrategie seines Softwarehauses einbaute.

Seitdem das Betriebssystem Linux an Bedeutung gewonnen hat, versuchte Jack Messman – seit 2001 Chef von Novell – verstärkt auf Open Source Software zu setzen. Um dies zu verwirklichen, wurden der Nischenanbieter Ximian (Desktop-Software) und das Linux-Haus Suse aus Nürnberg übernommen. Zusätzlich sollten Software für Systemmanagement sowie Sicherheits- und Identitätsmanagementlösungen als zweites Standbein für weiteren Umsatz sorgen. Erste Teilerfolge zeichneten sich auch ab: Novell konnte mit Linux-Produkten und Managementlösungen an Umsatz zulegen, doch insgesamt sanken die Einnahmen.

Nach der Meinung von Branchenbeobachtern war es dem heute 66-jährigen Jack Messman in den fünf Jahren seiner Amtszeit nicht gelungen, die Position von Suse als Nummer zwei der Linux-Distributoren nach Red Hat auszubauen. Dies soll nun dem 45-jährigen Ron Hovespian gelingen, der vor seinem Eintritt bei Novell 17 Jahre als Manager bei IBM tätig war. Da Big Blue als wichtiger Förderer von Linux gilt, sehen Branchenkenner Möglichkeiten der Zusammenarbeit. IBM installiert Linux direkt nur in einigen selten Fällen von Großkundenprojekten, arbeitet aber sonst weitgehend mit Partnern wie Red Hat.

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