Management
Michael Dell kann endlich wieder lachen

Der amerikanische Unternehmer bringt den PC-Hersteller auf Wachstumskurs zurück.

FRANKFURT. Es ist früh, wohl noch zu früh, um Beifall zu klatschen. Das weiß auch Michael Dell. Doch die Richtung stimmt. Dell, seit etwas mehr als einem Jahr wieder Chef des gleichnamigen Unternehmens, scheint den PC-Hersteller erneut in Schwung zu bringen. Um immerhin neun Prozent auf 16 Mrd. Dollar legte der Umsatz im ersten Quartal des Fiskaljahres zu. Es ist ein wichtiger und lang ersehnter Erfolg für den PC-Pionier.

Wie nachhaltig dieser ist, das weiß keiner, auch Dell nicht. "Wir haben noch viel Arbeit zu leisten, um unsere Wettbewerbsposition wieder herzustellen", räumt er ein und strahlt dennoch über beide Wangen. Schließlich haben die Investoren die Dell-Aktie gerade um über zwölf Prozent nach oben getrieben. Wenn das kein Vertrauensvorschuss ist.

Dell kann ihn gut gebrauchen. Viel hat er in den letzten Monaten gearbeitet, das Haupt ist lichter geworden, die Schläfen grauer. Es war die für ihn wohl bislang schwerste Zeit als Unternehmer. Über Jahre war es für den 43-Jährigen nur aufwärtsgegangen. Als Dell 19 Jahre alt ist, bricht er das Studium der Medizin ab. Er pumpt sich 1000 Dollar von seinem Vater, einem Kieferorthopäden, und gründet im Studentenwohnheim der Universität von Texas in Austin einen Computervertrieb.

Die Idee ist genial. Dell verkauft die Rechner ausschließlich über Telefon und Internet, baut sie erst nach der Bestellung zusammen und spart dadurch Lagerkosten. Der Konkurrenz treibt er damit den Angstschweiß auf die Stirn. Um die Jahrtausendwende verkauft keiner mehr Computer als Dell.

Das stärkt das Selbstbewusstsein, aber auch die Hochnäsigkeit. Lautstark sagt Dell den Tod des deutschen Rivalen Fujitsu-Siemens voraus. Keine Chance räumte er Hewlett-Packard (HP) ein, nachdem der Konzern den Rivalen Compaq übernommen hatte. Doch nach dem Hochmut folgt der Fall, diese Erfahrung musste auch Dell machen. Kurz nachdem er die Geschäfte 2004 an seinen Freund Kevin Rollins übergeben hatte, beginnt der Absturz. Die Erweiterung der Produktpalette floppt, die Rivalen kopieren die Vertriebsstrategie immer erfolgreicher. 2006 ist es plötzlich HP, das die meisten Rechner verkauft.

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