Michael Jaffé: Der große Restverwerter

Michael Jaffé
Der große Restverwerter

Insolvenzverwalter Michael Jaffé landet nach der Kirch-Pleite einen neuen Coup: Qimonda. Doch diese Rettung könnte schwieriger sein als alles, was Jaffé bisher geleistet hat.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die schneebedeckten Berge am Horizont lassen das Herz jedes Skifahrers höher schlagen. Doch das Alpenpanorama beachten die wenigsten Mitarbeiter des Chipherstellers Qimonda an diesem sonnigen Montag im Januar, als sie kurz vor 15 Uhr in ihre Kantine im Süden Münchens eilen. Sie sind gespannt auf das, was ihnen Insolvenzverwalter Michael Jaffé zu sagen hat.

In ruhiger Atmosphäre habe der Jurist die 1 000 Beschäftigten zu beruhigen versucht, erzählt anschließend einer der Anwesenden. „Er war sachlich und hat sich bemüht, Zuversicht zu verbreiten“, heißt es. In der einstündigen Veranstaltung habe es zwischendurch sogar Beifall gegeben und den einen oder anderen Lacher.

Am vergangenen Freitag hat das Amtsgericht München den 45-jährigen Anwalt zum vorläufigen Insolvenzverwalter des todkranken Halbleiterherstellers bestellt. Wirklich überraschend kam die Wahl nicht. Denn seit 2002 ist der eher unscheinbare, untersetzte Mann als Insolvenzverwalter in ganz Deutschland bekannt. Damals übernahm der gebürtige Münchener seinen ersten großen Fall: Das extrem verschachtelte Medienimperium von Leo Kirch. „Die Kirch-Pleite ist für Jaffé wie ein Sechser im Lotto“, sagt ein Insider, der den Insolvenzverwalter seit Jahren kennt.

Allerdings rutscht Jaffé zu jener Zeit nur knapp an einer Blamage vorbei. Denn viel zu lang hält er an seiner Idee fest, den TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 und die riesige Filmbibliothek von Kirch nur zusammen zu verkaufen. Mehrmals verkündet er eine Lösung für Pro Sieben Sat 1, die dann doch nicht zustande kommt. Am Schluss aber übernimmt der gerissene Hollywood-Milliardär Haim Saban Pro Sieben Sat 1.

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