Michael Käfer
Kaviar nach der Krise

Krise, war da was? Im Pelzmantel und stehen die Kunden beim Edel-Gastronom Michael Käfer Schlange für Champagner, Kaviar und Pastete. Auch die Firmen lassen beim Catering wieder Käferkost auffahren. Jetzt expandiert der Münchener Edel-Gastronom – privat und geschäftlich.
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MÜNCHEN. Sehr viel besser kann das Leben selbst für einen notorischen Perfektionisten wie Michael Käfer gerade wohl nicht sein. Fröhlich sitzt der Münchener Promi-Gastronom in seinem Büro im Erker eines Jahrhundertwendehauses in München. Im Feinkostladen im Erdgeschoss brummt das Geschäft. Krise, war da was? Im Pelzmantel und im feinen Zwirn stehen die Kunden Schlange für Champagner, Salami und Pastete. Selbst Kaviar geht wieder. Wichtiger noch: Auch die Firmen lassen beim Catering wieder Käferkost auffahren. Zum Höhepunkt der Krise machte sich das nicht gut. Doch inzwischen sind auch die Firmen wieder spendabel. "Die Geschäfte liefen außerordentlich gut", zieht Käfer zufrieden eine Jahresbilanz.

Und dann ist da ja noch etwas. Wichtiger selbst für einen, der für das Familienunternehmen alles tut: Für den 52-Jährigen erfüllt sich der langgehegte Familienwunsch: Seine Frau Clarissa erwartet Zwillinge. Und Michael Käfer, der es mit seinem Vater - dem dominanten, schillernden Unternehmer Gerd Käfer - sicher nicht immer leicht hatte, hat sich auch als Familienvater viel vorgenommen.

Doch für den Moment dominiert natürlich das Geschäft. Das Jahr 2010 ist besser gelaufen als erwartet. Nach dem Einbruch 2009 hätten die Erlöse fast wieder das Niveau von 2008 erreicht, berichtet Käfer. Etwa 105 Millionen Euro könnten es in diesem Jahr sein, nach 95 Millionen Euro 2009.

Und das nächste Jahr, es verspricht noch besser zu werden. Organisch sollen die Umsätze um etwa zehn Prozent wachsen, sagt Käfer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Rechnet man neue Projekte wie einen weiteren Delikatessenmarkt und das Messecatering in Basel hinzu, könnte das Umsatzplus sogar 25 Prozent betragen.

Auch wenn er in seinen Investitionen nach ersten, schwierigen Erfahrungen deutlich vorsichtiger geworden ist: Michael Käfer tanzt auf vielen Hochzeiten. Das Restaurant im Bundestag betreibt er, einen von niedrigem Niveau derzeit rasant wachsenden Feinkost-Handel im Internet, sein berühmtes Wiesn-Zelt, das Catering und den Promi-Club P1 zum Beispiel.

Ein kleines Feinkost-Imperium ist da entstanden. Nun gut, als Käfer 1995 vom Juniorchef zum alleinigen geschäftsführenden Gesellschafter aufstieg, da hatte er noch größere Pläne: den Börsengang und eine Viertel Milliarde Umsatz. Doch inzwischen investiert er lieber mit Bedacht. Das gilt auch für die nun angeschobene Expansion nach China. Mit einem Lizenznehmer will Käfer ein erstes hochwertiges Restaurant eröffnen. Das eigene Risiko ist begrenzt. Wenn das Restaurant gut läuft, könnte es aber das Sprungbrett sein für weitere Aktivitäten im boomenden Asienmarkt. "Es kann", sagt Käfer vorsichtig, "etwas daraus entstehen."

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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