Michael Kamm soll Lederwarenhersteller aus den roten Zahlen führen
Verjüngungskur für Aigner

Seine erste Woche als Chef von Etienne Aigner hat sich Michael Kamm sicher etwas anders vorgestellt: Erst setzte die Deutsche Börse am Mittwoch den Aktienkurs aus. Tags darauf wurde klar, warum.

MÜNCHEN. Der Leder- und Modehersteller aus München hat seine Prognosen weit verfehlt und musste nach einem Umsatzeinbruch tiefrote Zahlen für das erste Halbjahr melden. „Dass die Zahlen schlecht sein würden, habe ich schon vor Antritt meines Jobs gewusst“, stellt der 44-Jährige nüchtern fest.

Etienne-Aigner-Großaktionärin Evi Brandl – zumindest in Bayern als Besitzerin der Metzgereikette Vinzenzmurr bekannt – hatte seinen Vorgänger Udo Dengs, 65, vorzeitig vor die Tür gesetzt. Der ehemalige Rewe-Manager hatte das Unternehmen nach der Asienkrise zwar kurzzeitig in die schwarzen Zahlen geführt. Aber in den vergangenen beiden Jahren hatte er wenig Erfolg damit, der Traditionsmarke neue Impulse zu geben. Die Konsumflaute verschärfte die Lage.

„Die Marke ist schon ein bisschen angestaubt“, sagt auch Kamm. Der studierte Maschinenbauer und Betriebswirt soll frischen Wind in das Unternehmen mit dem großen A in Hufeisenform bringen. Kamm kommt aber nicht aus der Modebranche. Der begeisterte Segler und Golfer übernahm 1989 Northsails, Marktführer bei Surfsegeln, im Rahmen eines Management-Buyouts, verkaufte das Unternehmen 1996 an den Ex-Kaffee- und Schokofabrikanten Klaus Jacobs, wechselte dann zum Skibindungs-Hersteller Marker und fädelte den Verkauf des Unternehmens im Jahr 2000 ein. Zuletzt arbeitete er für die Sportberatungsfirma M2B.

Privat hat er immerhin schon Kontakt zur Mode. Seine Frau arbeitet bei Strenesse.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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