Michael Kerkloh im Profil
Alles für Franz Josef

Münchens Flughafen-Chef Michael Kerkloh kämpft mit Raffinesse für den Ausbau des Airports. Doch der Widerstand ist groß. In diesen Tagen fallen die ersten Entscheidungen.

MÜNCHEN. Es gibt im Münchener Norden mehrere Möglichkeiten, die Gemüter zu erhitzen. Ein beherztes Eintreten für den Ausbau des Münchener Flughafens ist eine sichere Methode. Auch das aggressive Werben für die Magnetschwebebahn Transrapid zwischen dem Airport und der Innenstadt von München sichert die Aufmerksamkeit am Stammtisch. Wer dann noch als Preuße gegen den FC Bayern und sein schwaches Abschneiden in der letzten Saison stichelt, der hat die Volksseele schnell gegen sich.

Michael Kerkloh, Chef des Münchener Flughafens und bekennender Fan von Borussia Dortmund, geht solchen Konflikten nicht aus dem Weg. Denn in diesem Sommer entscheidet sich, ob er den Flughafen in die Champions League der europäischen Airports führen darf - oder sich langfristig mit dem Uefa-Cup zufrieden geben muss.

Seit Jahren kämpft Kerkloh um die dritte Startbahn, die Deutschlands zweitgrößten Flughafen in eine neue Dimension katapultieren soll. Die Planungen für den Transrapid sind abgeschlossen, in diesen Tagen wollen Bund und Freistaat die letzten Finanzierungsfragen klären.

Doch so nah wie sich Kerkloh seinen Zielen wähnt, so hart wird der Widerstand. Lokalpolitiker, Anwohner und Umweltschützer laufen Sturm. Kerkloh, der am Rand des Ruhrgebietes aufgewachsen ist, sieht sich mit manchem Luxusproblem in Bayern konfrontiert.Mit der Aussicht auf neue Arbeitsplätze ist in Deutschlands wirtschaftsstärkster Region zurzeit kaum ein Stich zu machen. Und in der Stadt mit der größten Dichte an dicken BMW-Limousinen ist auch die Begeisterung für den Transrapid verhalten. Neue Infrastruktur wird hier vor allem mit Ärger und Lärm gleichgesetzt.

"Der Flughafen muss sich weiter entwickeln können", betont Kerkloh hingegen und breitet genüsslich eine inzwischen 15 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte aus. In seinem großzügigen Büro in der zweiten Etage des luftigen Verwaltungsgebäudes an der Flughafen-Autobahn zieht er eine ausgesprochen positive Bilanz. Seit der Airport vom stadtnahen Riem auf die grüne Wiese in das Erdinger Moos gezogen ist, hat sich das Passagieraufkommen verdreifacht. München ist von einer Provinzdestination zu einem Drehkreuz im internationalen Luftverkehr aufgestiegen. In der europäischen Rangliste findet sich "MUC", so lautet das offizielle Kürzel, mittlerweile auf Platz sieben, noch vor der Weltstadt Rom.

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