Michael Odenwald Ex-Staatssekretär ist neuer Aufsichtsratschef der Bahn

Ex-Staatssekretär Michael Odenwald ist zum Chefkontrolleur des Staatskonzerns gewählt worden. Der 60-Jährige gilt als ausgewiesener Bahn-Experte.
Update: 17.04.2018 - 14:52 Uhr Kommentieren
Für den neuen Chefaufseher der Deutschen Bahn gibt es „viel zu tun“.
Michael Odenwald

Für den neuen Chefaufseher der Deutschen Bahn gibt es „viel zu tun“.

BerlinDer frühere Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Michael Odenwald, ist neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn. Das Gremium wählte den 60-Jährigen bei einer Sondersitzung zum Nachfolger von Utz-Hellmuth Felcht, wie die Bahn am Dienstag mitteilte. Die Personalie war nach Angaben aus Regierungskreisen bereits im Zuge der Koalitionsverhandlungen geklärt worden.

Odenwald hatte in den vergangenen Jahren als Vertreter des Verkehrsministeriums eine wichtige Funktion im Aufsichtsrat der Bahn. Der Jurist gilt als ausgewiesener Bahn-Experte, der seit über 20 Jahren in verschiedenen Funktionen im Verkehrsministerium und in der Fraktion der Union mit dem Schienenverkehr befasst war.

Seinem Vorgänger Felcht war vorgeworfen worden, bei der geplanten Vertragsverlängerung des früheren Bahn-Chefs Rüdiger Grube und der Besetzung weiterer Vorstandsposten die Entscheidungen nicht ausreichend vorbereitet zu haben.

Nach Ansicht von Odenwald gibt es „viel zu tun“. „Die Deutsche Bahn steht vor großen Herausforderungen, nicht zuletzt, weil das digitale Zeitalter die Mobilität der Menschen und die Logistik von Gütern radikal verändert“, sagte Odenwald laut Mitteilung des Konzerns.

Odenwald war nach Angaben des Ministeriums der „Wunschkandidat“ des neuen Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU). Odenwald sei ein Profi auf dem Gebiet der Eisenbahnpolitik und habe immer den Dialog zwischen Politik und Wirtschaft in einer ausgewogenen Form gefördert, teilte Scheuer mit. Der neue Verkehrsstaatssekretär Guido Beermann rückte in den Aufsichtsrat nach.

Weitere Aufsichtsratsposten wurden nicht neu besetzt. Es gilt jedoch als möglich, dass die Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD zu einem späteren Zeitpunkt weitere Politiker in das Gremium entsenden, um ihren Einfluss zu erhöhen.

SPD-Fraktionsvize Sören Bartol nannte die Wahl Odenwalds „den ersten Schritt, um den Einfluss des Bundes als Eigentümer auf das Unternehmen zu verstärken“. Das sei „richtig und wichtig, um das Unternehmen im Auftrag der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler stärker zu steuern“.

Der nächste Schritt werde die Änderung der Satzungen der Deutschen Bahn AG sein, wie im Koalitionsvertrag vereinbart. So sollen den Bahn-Managern stärkere Vorgaben gemacht werden, ohne dabei auf wirtschaftliche Anreize für mehr Effizienz zu verzichten, erläuterte Bartol: „Nicht die Maximierung des Gewinns, sondern ein ordentlich funktionierender Schienenverkehr in Deutschland ist das Ziel, an dessen Umsetzung jetzt gearbeitet werden muss.“

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