Michael Raum
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Michael Raum hat aus seiner Minifirma Sellbytel einen großen Telefondienstleister geformt und an den Werberiesen BBDO verkauft. Sein Erfolgsrezept: Transparenz nach innen und außen.

NÜRNBERG. Die drei Damen tragen blendend weiße Blusen und lächeln den Kunden an. „Möchten Sie einen Kaffee Macchiato, Cappuccino oder nur einen Espresso?“ fragt eine Dame an der Kaffeebar aus edlem Nussbaum.

So freundlich lässt Michael Raum, Chef und Gründer des Telefondienstleisters Sellbytel, seine Gäste im Foyer der Firmenzentrale am Rande der Nürnberger Altstadt begrüßen. Der Kunde ist alles. Er soll sich wohlfühlen – vom ersten Augenblick an. Raum ist ein glänzender Verkäufer und erfolgreicher Selfmademan. Der gebürtige Nürnberger hat aus einer Einmann-Firma ein internationales Unternehmen mit 3 200 Mitarbeitern geformt. Zu seinen Kunden zählen Konzerne wie Hewlett-Packard, Cisco, Adobe und Intel.

Komplexe Produkte am Telefon zu erklären, schnell Hilfe zu leisten und den Verkauf zu fördern – das ist das Geschäft des Dienstleisters Sellbytel, der neben der Bertelsmann-Tochter Arvato und Walter Telemedien zur Spitze in der Branche gehört. Und nun ist Sellbytel einer der am schnellsten wachsenden Bereiche des Werberiesen BBDO, der Sellbytel 2006 übernommen hat. „Wir haben junge, hungrige Leute“, verrät Michael Raum, groß und stets elegant gekleidet, ein Erfolgsgeheimnis. Hungrig ist er selbst auch, als er 1988 seine eigene Firma gründet. Der Unternehmersohn mit dem strengen Seitenscheitel hat eine klare Idee und viel Ehrgeiz. Von Anfang an setzt er auf Hochschulabsolventen. Und korrekte Kleidung wie Krawatten für die männlichen Mitarbeiter ist Pflicht.

Komplexe Aufgaben erfordern komplexe Gehirne, ist seine Strategie, die sich auszahlt. „Als der amerikanische Computerhersteller Dell 1990 sein Deutschlandgeschäft aufbaute, gab er uns den Auftrag“, erzählt Raum. „Damals haben wir rund die Hälfte unserer Erlöse mit Dell erzielt.“ Computer-, Telefon- und IT–Unternehmen sind noch heute die Spezialität von Sellbytel. Doch mittlerweile gehören auch Finanzdienstleister wie ABN Amro oder Union Investment oder Dax-Konzerne wie BMW, Lufthansa und Henkel zu den Kunden.

Das Geschäft rund ums Telefon brummt. In diesem Jahr erreiche Sellbytel rund 150 Millionen Euro Umsatz, heißt es in Branchenkreisen. Raum selbst schweigt zu den Erlöszahlen. „Sellbytel liefert eine Rendite von über 17 Prozent ab“, sagt ein Insider. Solche Zahlen locken den US-Werberiesen BBDO, der 1994 bei Sellbytel einsteigt. Inzwischen hat Raum sein Unternehmen ganz an die deutsche Tochter von BBDO verkauft. Er selbst ist im Gegenzug an BBDO Deutschland beteiligt und sitzt im Führungsgremium in New York.

Sellbytel und sein Manager Raum sind ganz nach dem Geschmack der wachstumsorientierten Amerikaner. Er hat das Geschäft nach Europa und bis nach Nordafrika ausgedehnt. Heute arbeitet Sellbytel an 16 Standorten in 25 Sprachen. Raum macht Tempo – und riskiert einiges. In Tunesien landet er vor zwei Jahren nach einem geplatzten Geschäft offenbar aus Rachegründen fast im Gefängnis. Erst auf Intervention des deutschen Botschafters in Tunis darf er nach Italien ausreisen. Trotz des Zwischenfalls eröffnet er in Tunesien noch im selben Jahr ein Call-Center.

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