Michael Schramm
Hauck-Aufhäuser-Chef muss gehen

Michael Schramm gilt als Lautsprecher der ansonsten leisen Branche der Privatbankiers. Jetzt muss der Chef von Hauck & Aufhäuser gehen. Warum genau, darüber wird derzeit heftig spekuliert in Frankfurt.
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FrankfurtMichael Schramm wird seinen Posten als Chef der Privatbank Hauck & Aufhäuser räumen. Er verlasse die Bank zum Ende des Jahres, hieß es in einer Pressemitteilung der Bank. Die Trennung erfolge auf Wunsch von Schramm, der sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen möchte. Künftig soll Hauck & Aufhäuser von den drei Partnern, Michael Bentlage, Jochen Lucht und Stephan Rupprecht geführt werden. Man freue sich, mit der neuen Führungsmannschaft eine perfekte interne Lösung gefunden zu haben, die für Kontinuität in der weiteren erfolgreichen Entwicklung des Hauses steht“, sagt Wolfgang Deml, Aufsichtsratschef bei Hauck & Aufhäuser.

Über die Gründe des Abgangs wird derzeit spekuliert in Frankfurt.  Hans-Kaspar von Schönfels, Verleger des Elite-Reports, der jährlich die Arbeit der Vermögensverwalter bewertet, beschreibt den scheidenden Hauck & Aufhäuser-Chef Michael Schramm als „kraftvollen Banker“. „Aber er ist kein Bankier, der sich in der feinen Welt der Vermögenden geräuschlos und trotzdem erfolgreich bewegen kann.“

In der Vergangenheit ist Schramm, der von der Hamburger Berenberg Bank zu Hauck & Aufhäuser gewechselt war, häufiger durch seine forsche Art aufgefallen. Zur Freude der Journalisten sprach er ungeniert über die Konkurrenz: welche Top-Leute man am liebsten abwerben und welche kleineren Geldhäuser man gerne ganz übernehmen wolle. Gern erzählte Schramm auch die Anekdote über die Familie des Jägermeister-Gründers Günter Mast, als er sie als einen der Gesellschafter von Hauck & Aufhäuser gewann. Bis 5 Uhr morgens habe er mit ihnen Schach gespielt und Jägermeister getrunken. Seither wisse er den alkoholisierten Kräutersaft zu schätzen. Seine Frau übrigens auch.

In der ansonsten so stillen Branche kam dergleichen Redseligkeit gar nicht gut an. Der Schramm sei nicht ernst zu nehmen, sagt ein direkter Konkurrent über den Mann aus Neumünster. Ein Dampfplauderer, hemdsärmelig, mehr nicht.

Seit 2006 ist Schramm persönlich haftender Gesellschafter bei Hauck & Aufhäuser, seit 2010 Sprecher der Geschäftsführung.


Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

Kommentare zu " Michael Schramm: Hauck-Aufhäuser-Chef muss gehen"

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  • Herr Schramm ist mir schon bei Berenberg unangenehm aufgefallen. Seine Empfehlungen, die er stets lautstark vortrug, sollte man am besten nicht befolgt haben.
    Ich habe mich über seinen Aufstieg bei Hauck & Aufhäuser sehr gewundert.

  • Kam immer smart herüber insbesondere zur Zeit der Internetblase - jedoch ohne Substanzielles zu verbreiten, hat sich damals böse getäuscht- auch nur einer der Sorte wie schön das ich im Fernsehen bin -bla,bla,bla,bla usw.
    Was soll denn eine seriöse Privatbank mit einem Showman an der Spitze ??

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