Michael Schramm: Nach vier Jahren bei Hauck & Aufhäuser am Ziel

Michael Schramm
Nach vier Jahren bei Hauck & Aufhäuser am Ziel

Um seiner Karriere nicht selber im Weg zu stehen, wechselte der Banker vor vier Jahren vom Bankhaus Berenberg zu Hauck & Aufhäuser. Dort ist er nun an seinem Geschäftsführungskollegen vorbeigezogen.
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FRANKFURT. Bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Hamburger Bankhaus Berenberg, hatte es Michael Schramm nicht nach ganz oben geschafft - und wechselte deshalb kurzerhand zum Rivalen Hauck & Aufhäuser (H&A). Vier Jahre später scheint die Rechnung des ehrgeizigen Bankers aufzugehen: Heute hat der Aktionärsausschuss der Frankfurter Privatbank den 42-Jährigen zum Sprecher der Geschäftsleitung ernannt. Damit ist er am sieben Jahre älteren Geschäftsführungskollegen Volker van Rüth vorbeigezoegen. Dass dieser sich das bieten lässt, gilt in der Frankfurter Bankenszene als äußerst unwahrscheinlich.

Überraschend kommt die Beförderung Schramms an die Spitze des Traditionshauses, dessen Wurzeln bis auf das Jahr 1796 zurückgehen, jedenfalls nicht. Der Manager wird unisono als "Alphatier" beschrieben. Der Eigentümerkreis - seit Anfang des Jahres ist die Bank ausschließlich in den Händen privater Unternehmer wie Jürgen Heraeus oder Frank Asbeck von Solarworld - wollte eine klare Führung. "Einer soll das Sagen haben", erläuterte ein Beteiligter, "es ist besser für die Bank."

Dass dabei die Wahl auf Schramm fiel, lässt sich leicht nachvollziehen - auch wenn unklar ist, welchen Druck dieser selbst auf die Eigentümer ausgeübt hat. Während van Rüth zurückhaltend agiert, tritt der gebürtige Kieler Schramm äußerst selbstbewusst auf. Frankfurter Banker sprechen mitunter gar von einer "gewissen Großmäuligkeit". Schramm kann sich allerdings zugutehalten, in den vergangenen vier Jahren das verwaltete Vermögen deutlich gesteigert und mit dem Kauf der JP-Morgan-Sparte Cazenove für H&A den Sprung ins Investment-Banking geschafft zu haben.

In Branchenkreisen wird daran gezweifelt, dass van Rüth nach der Niederlage langfristig bleibt. Allerdings: Laut Gesetz muss neben Schramm mindestens ein zweiter Geschäftsleiter an Bord sein. Damit wäre denkbar, dass der unterlegene Manager die Bank zumindest für eine Übergangsphase noch begleitet. Ein Sprecher sagte jedenfalls am Donnerstag, van Rüths Vertrag als Gesellschafter laufe unverändert weiter.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent

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