Michael Sen
Eon-Finanzchef kehrt zu Siemens zurück

Michael Sen galt einst als großer Management-Talent von Siemens. Doch zweimal übergangen wechselte er als Finanzvorstand zu Eon. Nun kehrt er nach München zurück und soll die Sparte Healthineers an die Börse bringen.
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MünchenBei Eon ist Finanzvorstand Michael Sen nicht wirklich glücklich geworden. Zwar bedeutete der Wechsel von Siemens in den Vorstand des Dax-Konzerns einen Aufstieg. Doch musste er bei Eon Milliardenabschreibungen verkünden und war nie ganz unumstritten. Nun kehrt der anerkannte Finanzexperte und Stratege zu Siemens zurück.

Eon bestätigte am Donnerstag den Bericht des Handelsblatts über die Personalie. Eon sei über Sens Wechselpläne informiert und beide Unternehmen führten die hierzu erforderlichen Gespräche, teilte der Konzern mit. Das Präsidium des Eon-Aufsichtsrats habe zu diesem Thema bereits getagt und werde dem Aufsichtsrat für seine nächste reguläre Sitzung im Dezember die „erforderlichen Beschlüsse für eine Nachfolge vorschlagen“. Es sei nachvollziehbar, dass Sen „dieses Angebot annehmen möchte“, weil er über viele Jahre für Siemens tätig gewesen sei.

Der 48-Jährige bekommt eine der bei Siemens derzeit wichtigsten Aufgaben: Er soll die Medizintechniksparte Healthineers als Siemens-Vorstand an die Börse bringen. Das berichtete auch das „Manager Magazin“ in einer Vorabmeldung. Damit soll er einen der größten Börsengänge in Deutschland seit vielen Jahren organisieren und begleiten. JP Morgan-Analyst Andreas Willi schätzt den Wert der Sparte auf mehr als 30 Milliarden Euro.

Sen war vor seinem Wechsel zu Eon bereits Finanzvorstand der Medizintechnik-Sparte. Er galt als eines der größten Management-Talente bei Siemens und wurde sowohl als Medizintechnik-Chef als auch als möglicher Finanzvorstand des Gesamtkonzerns gehandelt, als Joe Kaeser den Vorstandsvorsitz übernahm. Beide Male aber setzten sich andere Manager durch – und Sen wechselte, zweimal übergangen, zu Eon.

Eon betonte am Donnerstag, dass Sen noch den Jahresabschluss 2016 verantworten wird. Das dürfte die Finanzmärkte beruhigen. Die aktuelle Bilanz ist schließlich von zahlreichen Sondereffekten geprägt. Eon hat unter anderem rund zehn Milliarden Euro auf das neue Unternehmen Uniper abgeschrieben, das die konventionellen Kraftwerke übernommen hat und im September an die Börse ging. Eon wird das Jahr deshalb mit einem zweistelligen Verlust abschließen. Zudem warten die Analysten auf eine Kapitalmaßnahme, die Eon zur Finanzierung des Atomausstiegs angekündigt hat.

„Michael Sen hat die Abspaltung der Uniper SE in den vergangenen eineinhalb Jahren erfolgreich begleitet. Der Abschluss des Geschäftsjahres 2016 ist der letzte Meilenstein eines der größten Spin Offs der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die bilanzielle Umsetzung dieses Spin Offs wird mit dem Ende dieses Geschäftsjahres abgeschlossen sein“, erklärte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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  • Ein hervorragender Manager! Das man den guten Mann damals überhaupt ziehen liess, sagt viel über Siemens.

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