Michail Fridman
Der sanfte Bösewicht

Michail Fridman hat eine große Firmengruppe aufgebaut - mit nicht immer sauberen Methoden. Jetzt versucht der russische Milliardär, seine Rolle als Fiesling im Streit mit dem britischen Ölkonzern BP beim gemeinsamen Joint Venture loszuwerden.

MOSKAU. Der rundliche Mann springt auf das Podium, um sich hinter einem Wald von Mikrofonen niederzulassen. Michail Fridman, Eigentümer der Alfa-Gruppe und mit 25 Prozent Großaktionär beim zerstrittenen russisch-britischen Ölkonzern TNK-BP, will aufräumen. Er will aufräumen mit den Gerüchten, den Anschuldigungen, die in der Presse über den Kampf zwischen den britischen und russischen Anteilseignern kursieren.

Kein Wunder, denn er selbst kommt in der Regel als der Fiesling über. Als aggressiver „Raider“, der heute wie einst in den neunziger Jahren alle Strippen zieht, um sich beim Verkauf seiner Anteile einen Vorteil zu verschaffen.

Für die Rolle des klassischen Bösewichts lässt sich der 44-jährige Milliardär – das Magazin „Forbes“ schätzt ihn auf rund 20 Milliarden Dollar – zumindest optisch schlecht besetzen: Er kommt eher wie ein gemütlicher Bäckermeister daher. Mit sanfter Stimme legt er seine Sicht der Dinge dar und schiebt gekonnt den Schwarzen Peter in das Feld der britischen Partner. Als nach gut einer Stunde der Chef der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Interfax die letzte Frage ankündigt, schaut Fridman ein wenig enttäuscht.

„Wir sind eigentlich nur Finanzinvestoren“, hat der Mann mit dem „Baby-Face“ einmal dem „Wall Street Journal“ gesagt, „wir betrachten uns nicht als Experten in den Branchen, in denen wir tätig sind.“

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