Microsoft und Coca-Cola haben schon begonnen: Europas Unternehmen müssen Optionspläne bilanzieren

Microsoft und Coca-Cola haben schon begonnen
Europas Unternehmen müssen Optionspläne bilanzieren

Künftig müssen europäischer Aktiengesellschaften auch Optionspläne für Mitarbeiter in der Bilanz ausweisen. Dadurch werden die Gewinne schmäler.

HB BRÜSSEL. Die EU-Kommission nahm am Montag in Brüssel neue internationale Buchführungsregeln (IFRS-2) an, wonach die Kosten für Optionspläne künftig im Jahresabschluss der Unternehmen als Ausgabe berücksichtigt sein müssen. "Die Gewährung von Aktienoptionen kann ... eine sehr wirksame Maßnahme sein, um Führungskräfte und Mitarbeiter zu motivieren. Aber wie jede andere Vergütung auch ist sie als Aufwand auszuweisen", erklärte Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy. Die Angabe der Kosten für die Optionspläne werde künftig Folgen für ausgewiesene Gewinne haben, erklärte die Kommission. Damit solle die Transparenz der Abschlüsse für die Finanzmärkte erhöht werden.

Besonders Software-Unternehmen, aber auch Biotech-Firmen und andere Gesellschaften haben Optionspläne aufgelegt, mit denen sie Mitarbeitern und Vorständen die Möglichkeit zum günstigen Erwerb von Aktien geben. Damit können Mitarbeiter am Erfolg der Aktie ihrer Unternehmen am Kapitalmarkt beteiligt werden, ohne dass dies bislang den ausgewiesenen Gewinn drückte. Mit der Annahme der IFRS-2-Regeln durch die EU wird sich dies künftig auf den Abschluss auswirken. Die Annahme durch die Kommission war erwartet worden, nachdem fast alle EU-Staaten Ende Dezember Zustimmung signalisiert hatten.

Parallel zur EU wollen künftig auch die USA trotz starken Widerstands aus Teilen der Wirtschaft ihre Unternehmen verpflichten, die Kosten von Optionsplänen auszuweisen. Große US-Gesellschaften wie Microsoft und Coca-Cola haben im Vorgriff darauf bereits damit begonnen.

Nicht ausdrücklich vorgegeben wird von Buchführungsregeln, wie die Kosten der Optionspläne zu bewerten sind. Dafür werden lediglich Grundprinzipien festgelegt. Spätestens im Juli 2007 will die Kommission die Auswirkungen der neuen Regeln bewerten.

Den nun beschlossenen IFRS-2-Bilanzregeln soll in den kommenden Wochen noch der dritte Teil neuer Abschlussregeln folgen. Ein Kommissionssprecher sagte, der Zeitpunkt für dessen Annahme stehe noch nicht. Der Schritt werde aber in den kommenden Wochen erwartet.

IFRS-3 gibt vor allem vor, wie der Wert von neuen Konzerntöchtern nach Übernahmen berechnet werden muss. Die Umstellung auf den IFRS-Standard hat bei einigen deutschen Unternehmen wie etwa dem Chemiekonzern BASF durch den Wegfall der Abschreibung für überwertmäßige Zahlungen bei Übernahmen (Goodwill) bereits zu höheren Gewinnen geführt.

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